Mittwoch, 14. Dezember 2022

Neue Welten

Eines der Dinge, die mich bei BDSM so faszinieren, ist die Entdeckung neuer Welten 

Das können die neuen sexuellen und erotischen Erfahrungen sein, aber auch die intellektuellen.

Gerade Seine Fähigkeit meine Neugier, meinen Wissenshunger befriedigen zu können, liebe ich. Es ist tatsächlich eine Befriedigung, ein Gehirn-Orgasmus. Auf verschiedenen Ebenen wie gesagt.

Vor zwei Wochen haben wir uns noch einmal getroffen, bevor Er für 2 Monate auf eine Kreuzfahrt verschwand. Und die Stunden hatten es in sich 

Er meinte schon öfter, dass ich es immer ein wenig darauf anlege. Worauf? Auf seine Konsequenz, seinen Willen, seine Dominanz. Und ganz unter uns: Es stimmt. 

Wer mich kennt, wird über diese Aussage vermutlich nicht total überrascht sein, und dennoch streite ich es vehement ab. Denn ich will ihn nicht verärgern, gehe immer nur bis zur Grenze, also bis ca. 0,1 cm davor. Und sehe dann sein souveränes Lächeln. Kann nicht anders, als auch zu lächeln und mich damit selber zu verraten. Oder er sieht dieses verräterische Funkeln in meinen Augen (wie oft habe ich versucht, die Augen rechtzeitig zu schließen, klappt aber nicht, weil ich sein Lächeln so gern sehe). Und dann fühle ich seine Hand in meinem Nacken, die mich auf seinen Schwanz drückt, dort hält, bis mir die Luft eng wird - und ich liebe es. Dieses Gefühl von "Wollen", Stärke, Durchsetzungskraft und Geilheit. Alles in dieser Hand in meinem Nacken, auf meinen Haaren. Schon der Gedanke daran erregt mich. Genau wie bei dem Gedanken seiner Hand an meinem Hals, die bestimmt zudrückt. Auch weil ich gleichzeitig weiß, dass mir nichts gefährliches passieren wird, weil ich ihm vertraue. Dass er weiß, was er tut, wie er es tut und uns beide dabei beobachtet. 
Und dann kann ich loslassen, vertraue meinen Atem diesem Mann an.

Seit einiger Zeit muss ich sehr darauf achten, rechtzeitig und genug zu Trinken und zu Essen. Weil mir mein Kreislauf sonst ziemlich schnell abhaut und das ist keine gute Idee, weil ich sonst ohnmächtig werden könnte. Allerdings habe ich kein Hungergefühl und verpasse den Moment manchmal, esse und trinke bis abends nichts.
Er achtet sehr auf mich, also gehen wir an diesem Abend auf dem Weg zum Club irgendwo essen.Wir probieren heute zum dritten Mal einen Platz beim Japaner zu bekommen und haben tatsächlich Glück, dass in 30 Minuten etwas frei wird. Obwohl es kalt ist, ist mir warm, so nah bei ihm, wenn wir in der Zwischenzeit mit verschlungenen Händen durch die Stadt gehen. Und weil er seine Stadt liebt und kennt, gibt es vieles, was er darüber weiß. Hatte ich schon einmal erwähnt, dass ich ein Faible für bestimmte Männerstimmen habe? Diese Stimme genieße ich, der Klang ist angenehm in meinem Ohr und Herz und ich erfahre dabei viel über die große Stadt - und Ihn.

Bevor ich über das Sushi spreche, sollte ich eins nicht unerwähnt lassen: Ich mag keinen Fisch. Ich vertrage ihn nicht und esse ihn nicht. Nie

 - Aber: Lernbegierig bin ich, andere nennen das neugierig. Und damit bin ich beim Japaner richtig. Denn dieser Mann, der um meine Fischaversion weiß, ist so spürbar von Japan und der japanischen Kultur und Lebensweise fasziniert, dass mich das in seinen Bann zieht. 
Haben Sie schon einmal einen Menschen erlebt, der von einem Thema, einem Hobby, einer Sache so überzeugt ist, dass man die Begeisterung mitfühlen kann, wenn er davon erzählt?
So geht es mir an diesem Abend, ich liebe es Ihn so begeistert, so glücklich zu sehen. Und ich bin hingerissen von Ihm, verliebe mich noch ein wenig mehr in Ihn.
Und ohne es zu merken, vetraue ich mich ihm auch bei diesem Essen an. Esse Fisch, mag ihn, sogar sehr. Merke erst am nächsten Tag, dass ich Ihm auch hier die Führung überlassen habe. Auf einem Gebiet, von dem ich nie gedacht hätte, dass es auch davon betroffen sein könnte. Denn jedem anderen hätte ich freundlich, aber bestimmt, verständlich gemacht, dass ich keinen Fisch will. Mit großem "W" wie "nichtWollen". Und ich habe dabei eigentlich einen ziemlichen Dickkopf und weiß, was ich nicht will. Mache das dann auch nicht. 
Nur einmal während des Essens geht mir dieses nichtWollen sekundenkurz durch den Kopf, ist direkt wieder weg als er mich auffordert auch noch das letzte Stück zu essen und ich probiere optimistisch auch den rohen Thunfisch. 

Dass er so einfachen Zugang zu meinem Kopf hat, beunruhigt mich manchmal. Nicht weil ich befürchte, dass er mal etwas Schlimmes im Sinn haben könnte. Sondern weil mich das noch mehr davon wünschen lässt, solche Erlebnisse fixen mich an. Sehr sogar! 

Diese neuen Erlebnisse ziehen sich durch den Abend und so landen wir im Club auf unseren Stühlen in der Ecke. Wie ich später ganz nebenbei höre, hat er auch da schnell meine Vorliebe für den Rückzug in die Ecke registriert und zur Kenntnis genommen. Gibt mir diesen Rückzugsort mit diesem kleinen Lächeln und Verständnis.
Wieder kann ich es nicht lassen, ein wenig die Grenze zu testen und nachdem Er es eine Weile souverän ignoriert hat (zu meiner Enttäuschung ;-) ) ist seine Reaktion eindeutig: "Fass meinen Schwanz richtig an". Meine Hand in seiner Hose stockt, denn heute ist die Wirtin recht nah. Gut, es ist ein BDSM Lokal und vermutlich ist das hier noch Kinderkram für die meisten Anwesenden. Trotzdem, für mich ist das schon heftig, also in der Halb-Öffentlichkeit meinem Herrn einen Handjob zu geben. 
Wenn da nicht dieser kleine Teufel auf meiner Schulter wäre (der Kerl hat mich schon öfter in die Bredouille gebracht. Zu meiner Entschuldigung: er ist sehr, nun sagen wir "verlockend"), der mich in Versuchung bringt. "Denn ganz sicher wird mein Herr doch nicht hier im Lokal direkt Konsequenzen ziehen? Und ob er es nachher im Bett noch weiß? hmmm..."
Also warte ich einen kleinen Moment, folge nicht direkt, halte den harten Schwanz nur still - und lächle ihn unschuldig an.
Habe sofort die feste Hand im Nacken, die mich hier, im Lokal, auf seinen Schwanz drückt. Und diese feste Stimme im Ohr, bei der ich genau weiß, wie sich jetzt der Ausdruck in seinen Augen verändert hat: "Leck ihn".

Direkt erregt, fühle mich gleichzeitig unwohl und wunderbar. Nur ein paar Momente später lässt er meinen Kopf frei und deutet auf den Bock, der etwas weiter hinten im Club steht. "Leg Dich darüber"

Mit "perplex" ist wohl nur unzureichend beschrieben, wie ich ausgesehen haben muss in diesem Augenblick. Denn er hatte während des Abend schon einmal angedeutet, dass dies die mögliche Konsequenz sein könnte. Was ich aber nicht für realistisch gehalten hatte, denn wie gesagt, ich achte sorgfältig darauf, die Grenzen nicht zu überschreiten. Habe dabei aber vergessen, dass ich bei Ihm mit allem rechnen muss und dass er mich nicht zur Strafe züchtigt oder weil ich es gern hätte. Sondern weil wir beide es mögen und brauchen.

So beuge ich mich über den Bock und sehe dabei in die verspiegelte Wand, die nur etwa 30 cm entfernt ist. Sehe mein Gesicht und muss lächeln. Das ich das hier mache, ohne Widerworte, dort ausharre, wo Er mich haben will, während Er eine dickere Gerte holt. Und mir blickt eine erwartungsfrohe Frau entgegen, die um den kommenden Schmerz weiß, aber auch um den Moment danach. Die Sein Gesicht sieht, als er vor dem ersten Schlag hinter mich tritt und die Gerte hebt. Beide Gesichter spiegeln die Lust.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen