Sonntag, 19. März 2023

Klarer

 Gestern war ich wieder im Hotel bei meinem Herrn.

Vorab: So wie bei den letzten Malen, war es auch dieses Mal so, dass der Sex immer intensiver wird. Es wird stetig geiler und besser. Auch wenn ich es nicht für möglich gehalten habe, dass es noch besser werden könnte. Ich habe den besten Sex meines Lebens. Ganz gut oder? ;-) 

Mein Herr findet immer mehr die devoten Punkte bei mir, die dazu führen, dass mir die Lust in den Schoß fährt und ich schon nass werde, bevor wir uns überhaupt berühren. Dabei merke ich gerade an den letzten beiden Treffen, dass es mich befeuert, wenn ich seinem Willen kurz widerstehe, zögere (ohne Ungehorsam zu sein) und mich dann seinem Willen beugen muss. Diesen Ausdruck in seinem Gesicht und in seinen Augen sehe - und feucht werde. Wobei ich mich später vorsichtshalber bei ihm versichere, dass auch er das als Lust empfindet und nicht als Ungehorsam, wenn ich frech werde. Denn verärgern würde ich ihn damit nicht wollen. Aber wenn ich ihn richtig verstanden habe, macht ihm diese Reiz-Reaktion-Folge auch Lust und Spaß.

Die Züchtigung erlebe ich zwei Mal. Direkt wenn dieses verd... Kabel in meine Haut beißt, hell und spitz. Und ich den nächsten Hieb schon fühlen kann, bevor er mich trifft. Eigentlich beginnt es schon, wenn ich sehe, dass Er zu seiner Jacke geht und das Kabel aus der Tasche holt. Vermutlich ändert sich bereits dann mein Gesichtsausdruck. Und fast immer ändert sich dann auch bereits meine innere Stimmung.
Und dann, wenn es vorbei ist, das Gefühl, wenn der Aktiv-Schmerz abklingt, die Striemen und getroffenen Stellen noch nachhallen. Wenn sie sich in Erinnerung bringen, wenn ich darauf liege oder sitze.
Dabei im Arm meines Herrn liege, der mir sagt, dass Er mich liebt und weiß, dass ich auch das brauche. Und damit Recht hat
Dabei mag ich seinen Gürtel oder seine Hand "mehr" (etwas bei Schmerz "mehr" zu mögen, ist vermutlich für Nicht-BDSM-ler etwas schwerer zu verstehen, bei mir macht es Sinn). Weil es persönlicher ist, zu Ihm gehört.

Ich bin bei dem Gesamtpaket glücklich und ich hoffe, ich interpretiere seine Mimik richtig, dass es ihm ebenso geht.

Wenn er dann mit den Fingern in mich eindringt, meine Perle berührt, bekomme ich eine Lust-Gänsehaut, bis zum Kopf. Das passiert mir nur dann. Und dann kippt mein Denken weg und ich fühle nur noch, wie sich der Orgasmus aufbaut und mich wie in einer Welle in sich begräbt.

Gestern im Club hatte Er eindeutig Lust auf Züchtigung. Diese dort über den Bock gebeugt zu empfangen, mit dem Blick auf sein Gesicht im Spiegel ist noch einmal ganz anders. Zwei Mal bin ich auf seinen Wunsch und seine Aufforderung hin zum Bock gegangen, nachdem ich vorher eine Gerte von der Wand geholt hatte. Dabei merke ich beim Gang zu ihm zurück, dass sich meine Körperhaltung ändert und ich ihm die Gerte mit beiden Händen darbiete. Die Hiebe sind präzise und treffen so, wie Er es will. Das habe ich zusammen mit meinem Herrn erleben können und mit dem Mann, der mir zuflüstert, dass er mich liebt, bevor er ausholt. Wenn ich dann die wenigen Schritte bis zu unseren Plätzen gehe, merke ich, dass die anderen Gäste uns ansehen. Und bin tatsächlich stolz, dass ich die einzige sub bin, die dies heute Abend hier fühlen konnte. 

Ich bin gerne glücklich, das ist vielleicht das, was ich mir für mein Leben wünsche. Ich weiß, dass es auch andere Lebenswünsche gibt: Vermögen oder beruflicher Erfolg. Eine heraus gehobene gesellschaftliche Stellung, Ruhm oder Macht. Für mich nachvollziehbar, aber nicht meins.

Er hat einmal gesagt:"Du brauchst jemand, der sich um Dich kümmert" und hat damit einen Punkt getroffen, dessen ich mir gar nicht bewusst war. Und vielleicht ist das der Grund, warum mir Herz und Verstand so ein wenig abgehauen sind. Sich mehr wünschen. Das ich mir seit Jahren wieder einen Menschen in meinem Leben wünsche. Bei dem ich mich glücklich und wohl behalten fühle. Und für den ich dasselbe tun kann und für ihn bedeute.

Und da ist dann mein eigenes, höchst persönliches, Problem. 
Er hat mir das nie versprochen oder in Aussicht gestellt. Ganz im Gegenteil. Wir haben darüber gesprochen und er hat klar gemacht, dass dies nicht passieren wird.

Ich habe das gehört und verstanden. Ich war dabei. Und doch lässt mein Kopf Hoffnung zu und mein Herz hat nichts besseres zu tun, als dies zu befeuern. Dumm
Und ich bin nicht gerne dumm.
Als er gestern Nacht dann so einfach nach dem Sex nach Hause gehen konnte, hatte mein Verstand plötzlich so einen Ruck, der mich zurück zur Realität brachte. Das ich mir hier etwas vorgemacht hatte, hinein geträumt hatte. Das auch er das möchte, dass er mich irgendwann so lieben würde, wie ich ihn. Denn für mich ist Liebe ein Imperativ, der nach Entwicklung verlangt, nach dem Wunsch auf Nähe, einem Gefährten. Über Herr und sub hinaus geht, in die Tiefe dessen, was mich ausmacht.

Wenn er sagt, dass er mich liebt, glaube ich ihm. Und es ist ein schönes Gefühl, das dazu geführt hat, dass die Lust noch intensiver werden konnte. Unglücklicherweise bin ich so ein Wesen, dass Sex um so intensiver und näher erlebt und sich öffnen kann, je mehr ich liebe. 

Es ist nur eine andere Definition, die hinter dem stehen mag, was er sagt. 
Und da ist mir klar geworden, dass es unfair von mir wäre, da mehr zu träumen, denn dort hat er seine Begrenzung, seine Limits. Und er hat nie etwas versprochen.

Ich weiß und habe auch schon erlebt, dass er mich bei allem unterstützt, wo er es innerhalb dieser kann. Heute schon wieder, als er mir die richtigen Anregungen für eine berufliche Fragestellung gab. Er hatte extra für mich danach gesucht. Und es passt so gut zu mir und der Situation, dass ich weiß, dass er dafür extra Zeit und Überlegung genutzt hat. All dies und noch mehr spricht für ihn

Aber was mache ich, wenn er all meine Hingabe und Liebe will?


Und nun? Ich liebe Ihn




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