Kennt jeder: Man bekommt vom Paketlieferdienst seines Nicht-Vertrauens eine Mail mit der Aufforderung am nächsten Tag am besten von 07.00 - 21.00 Uhr zu Hause zu sein. Denn "Halleluja", es wird Ihnen ein Paket geliefert. Ja! Zu Ihnen! Nach Hause!
Man mag es kaum glauben, kaum bestellt man etwas mit Versandoption, schon machen die das auch. Teufel aber auch.
ok, ich kriege mich jetzt wieder ein. Hatte ja auch nur die Zugangskarte für eine DHL Packstation bestellt. Damit ich meine Pakete nicht mehr in der 15 km entfernten Filiale abholen muss.
Weil ich ja nie zu Hause bin, wenn die mit dem Paket hier auftauchen. Wirklich nie! IMMER WEG! Verschwunden in Zeit und Raum - obwohl ich mir eingebildet habe, ganz normal hier im Wohnzimmer gesessen zu haben. STUN DEN LANG
Heute lautete der Auftrag: Seien Sie von 13.00-16.00 Uhr da, wo wir Ihr Heim vermuten.
Hab ich gemacht, es gibt Zeugen. Und meine Hunde, die mich nicht unbegleitet aus dem Haus lassen. Die sind da sehr pflichtbewusst.
Sitz hier also motiviert rum, bereit beim ersten Klopfen zur Tür zu sprinten, man weiß ja, die Knechte in den blau-gelben Uniformen haben keine Zeit.
13.34 Uhr Mail läuft auf: Leider haben wir Sie nicht zu Hause angetroffen, Ihr Paket können Sie in der 15 km entfernten Filiale abholen. Wann, erfahren Sie auf der Paketkarte in Ihrem Briefkasten. Versand der Mail: 13.34 Uhr
(Übersetzt: Ey Looser, sieh zu wie Du an dein Dreckspaket kommst, wir hatten keine Lust bis zur Tür zu laufen, aber wir haben Dir eine lausige Benachrichtigungskarte in den Kasten geworfen. Und weißt Du was? Du kannst nix dagegen tun!)
Woraufhin ich raus stürme (13.35 Uhr) und hoffe den Paketknecht noch vor dem Briefkasten zu erwischen. Nö, schon weg.
Wieder rein und eine Telefonnummer gesucht, unter der man die Hintermänner dieser Paketmafia erreichen kann. Gibt es aber nicht, sind ja schlau die Paketverschlepper. Nur im Impressum mussten sie eine Nummer angeben. HAH! Erwischt.
Angerufen und durch die Computerfragerei gekämpft. Auch nach der 512ten Frage bleibe ich dabei: Ich will mich beschweren! Bei einem realen Kundendienstmitarbeiter! Allen Ernstes, ja!
Kaum die Call Center Maus erreicht, vorher schon mal erzählt, dass ich sie nicht für den Mist verantwortlich mache, ich aber dieses Mal wirklich sauer bin (immerhin ist dies dass zweite Mal in meinem Leben, dass ich mich überhaupt offiziell beschwere)
Die CCMaus nimmt denn auch routiniert alles auf und versichert mir, dass sich der Vorgesetzte mit dem Mitarbeiter darüber unterhalten werde. Ist ja ok, aber wie komme ich an meine Karte ohne in die Stadt fahren zu müssen?
Gar kein Problem laut CCMausi, da gäbe es den kostenlosen (sic!) Service einer zweiten Anlieferung. Anstatt nun in Jubelgeläut auszubrechen, bin ich dieses Mal so schlau, folge meinem Bauchgefühl und frage nach, wann denn dann die Anlieferung so erfolgen würde. Antwort: Joah, so nächste Woche, spätestens nächste Woche Mittwoch.
Übrigens: Was bei so einer Beschwerde dann heraus kommt, erfährt man als Kunde nicht. Finde ich ja irgendwie schon wieder sinnvoll. ^
Also doch lieber selber abholen. Da ich bis jetzt auf das Paket gewartet habe, sind nun endlich die Hunde dran. Und da habe ich einen teuflischen Einfall: Es könnte doch sein, dass ich das Paketauto noch hier im Dorf sehe. Fahre daher die Umleitung durch das Dorf und schau an, kurz vor Ortsende sehe ich ein gelbes Auto in die Einfahrt des vorletzten Hauses einbiegen. Hinterher, Weg versperrt (ja genau, wie in den schlechten Ami-Serien) und die Paket-nicht-Lieferin zur Herausgabe meines Paketes gezwungen. Ich, ganz alleine!
Jetzt steht es in dem ewigen Kampf zwischen Paketdienst und Empfänger hier
5.325.781,1 : 1
Es gibt wenig, was sich so gut anfühlt. Ich bin ein Gewinner! ;-)
Gratuliere.
AntwortenLöschenSieg!
AntwortenLöschen