Mittwoch, 10. Januar 2018

Sommerglück

Irgendwie kam mir heute unerwartet die Erinnerung an die Sommerurlaube meiner Kindheit ins Kopfkino.

Das scheint in einer anderen Welt passiert zu sein, da, wo normalerweise die Geschichten mit "Es war einmal..." beginnen und man immer bereit ist, zuzuhören, weil man weiß, dass alle Geschichten gut ausgehen. Solche Sommer waren es

Das Ziel in diesen 4 Jahren immer das Gleiche: die kleinste ostfriesische Insel - Baltrum

Ohne Autos, alles wird mit Pferdewagen bewegt und schon bei der Ankunft auf der Insel war ich in einer anderen Welt. Meist hat schon der etwas einsilbige aber freundlich lächelnde Hotelangestellte auf uns am Fähranleger gewartet. Hat die Koffer auf das Pferdefuhrwerk gestellt und ist uns dann mit dem unvermeidlichem Bollerwagen gefolgt. Dessen Rumpeln auf den roten Klinkerwegen hat uns die ganzen Ferien begleitet. 
Morgens auf dem Weg zum Strand sind wir noch gelaufen, haben in den ersten Tagen an jeder Muschel halt gemacht und sie sorgsam aufgesammelt. Haben die wellenartigen Muschelränder bewundert und sie nach Farben sortiert. Am Mittag lag ich auf dem Rückweg zusammen mit meiner Schwester müde im Bollerwagen, vollkommen eingepudert mit Sand und Meersalz und dabei kaum noch in der Lage die Augen aufzuhalten. 

Nachmittags waren die Fußwege angenehm warm und eines der eindrücklichsten Gefühle sind die glatten Steine unter meinen Füßen, die mich überall auf der Insel herum trugen. Zu dieser Zeit gab es auf der Insel nur einen Dorfladen, eine Bäckerei und den Zeitungsladen. Überall trafen wir Menschen, die wir kannten und die sich gern die gesammelten Seesterne und Muscheln der beiden kleinen Mädchen ansahen, die wir stolz überall vorzeigten. 

Es ist nichts spektakuläres passiert (außer dem Penatencreme-Unfall und ich schwöre, meine Schwester hat genauso mitgemacht wie ich!), aber diese Wochen sind mein persönliches Kindheitsmärchen.

Kommentare:

  1. Antworten
    1. Wenn ich diese Unschuld noch einmal erleben dürfte, würde ich sagen können, dass ich mein Ziel erreicht habe

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  2. Klingt supersahne!

    Aber der Cremeunfall macht mich jetzt neugierig.
    Das klebt doch wie Hulle, das Zeug!

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    1. Auf jeden Fall, was auch die Begeisterung meiner Mutter erklärt, die zwei kleine Mädchen aus dem ganzen Zeug wieder raus schälen musste. Von Kopf bis Fuß. Komplett

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  3. Der Penatencreme-Unfall... hm... mein Bruder hatte auch mal so einen Unfall. Er schmierte sich Gesicht und Haare mit Penatencreme ein und ging auf Wanderschaft. Großes Kino. Wobei mein Highlight die an den Schrank geklatschen Mortadella-Scheiben waren. Sehr dekorativ. ;D

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