Hallo mein Name ist Miss W. und ich bin Mitglied in einem Verein.
Ja, mir ist das ein wenig peinlich, weil es so genau jedem Klischee entspricht, wie es nur eben möglich ist. Es ist auch noch ein Hundeverein. Sie wissen schon: Alles für den Dackel, alles für den Club.
Ge nau so! mit Menschen, die dafür vor Gericht ziehen, Mutter und Vater abschwören, beste Freunde verlieren, Haus und Hof aufs Spiel setzen. Und schlimmer. Geht wirklich viel schlimmer
Naja, genau da finde ich mich auch wieder. Spießig, konservativ und ehrenamtlich. Jetzt habe ich das auch endlich gestanden, ich hab da so ein Ehrenamt. Aber ich schwöre, ich schreibe das nicht mit auf meine Visitenkarten (die Leute gibt es auch, die schreiben tatsächlich auf ihre Visitenkarten, dass sie Kassenwart in so einer Regionalgruppe sind, in Fettschrift!)
Mein nieder gerungenes Selbstbewusstsein kriegt da so gerade noch die Kurve und ich gestehe das eigentlich nur unter Folter. Warum ich das dann doch hier und heute jedem, der es nicht wissen möchte, unter die Nase reibe? Weil ich erstens hier im Blog noch jede Untat (ok, fast jede) gestanden habe und es befreit und zweitens weil wir heute so ein unseliges Vorstandstreffen hatten.
Wie in jedem Verein gibt es auch bei uns größere Veranstaltungen, die von ein paar Menschen organisiert werden. Wir sind nächstes Jahr mit der Ausrichtung der deutschen Meisterschaften dran und bemühen uns ein einigermaßen organisiertes Bild abzugeben. Alles ok soweit, jeder kennt inzwischen die Schwächen der anderen und fängt die auf - "läuft".
Wenn, ja wenn da nicht die Frau unseres ersten Vorsitzenden wäre. Das ist nämlich auch irgendwie ein Amt, also "Frau vom ersten Vorsitzenden sein". Unglücklicherweise wird man da nicht rein gewählt, sonder rein geheiratet. Was bedeutet, dass alle anderen auszubaden haben, was einer mal geehelicht hat. An dieser Stelle übrigens ein herzliches "na Danke" an unseren ersten Vorsitzenden.
Kann die Frau ja eigentlich auch nix zu und wird zur Mitarbeit beinah gezwungen. Aber kann sie das nicht fröhlich und leise Zuhause tun. Also ihrem eigenen Zuhause?
Nein, wir müssen bei jedem Treffen dabei sein, was nicht schlimm ist und alles in Frage stellen, weil man keine Ahnung hat, was schlimm ist, weil es 2 Stunden Mehrarbeit bedeutet. Weil sie heute keiner beachtet hat, wurde heute alles in Zweifel gezogen, noch mal zum Thema gemacht. Da ist dann auch das beste griechische Essen plötzlich nicht mehr verlockend. Bleiben Getränke
Soll sie dann mal mit anpacken, scheint das unter der Würde einer "Frau vom ersten Vorsitzenden" zu sein. Letztes Mal haben wir mit drei Leuten so ein Zelt für 200 Leute abgebaut, waren von zwei Tagen Dauerstress wirklich fertig, aber es musste gemacht werden. Wer stand mit einer Kaffeetasse entspannt lächelnd daneben? Die Frau vom ....
Aber dieses Mal mache ich es anders. Wie bei jeder Veranstaltung gibt es auch bei unseren Terminen Aufgaben mit mehr oder weniger Renommee. Sie möchte immer etwas "Glanzvolleres" übernehmen, kann es aber nicht vorbereiten und verlässt sich ohne Absprache darauf, dass ich die Arbeit vorher mache, weil ich ungern unvorbereitet fremde Menschen empfange.
Dieses Mal lass ich das weg ...
Guter Plan.
AntwortenLöschenUnd ich fühle mich soo böse dabei
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