Wie schon des öfteren erwähnt, wohne ich hier recht ländlich. Also sehr ländlich.
Hat unter anderem zwei Auswirkungen:
a) im Haus keine Chance mobil zu telefonieren. Egal welcher Anbieter, hier bekommt kein Handy eine Funkverbindung
b) die Anzahl der Nachbarn ist erfreulich überschaubar.
Nun hat es hier auf dem Hof mal wieder einige Mieterwechsel gegeben. Unter anderem ist in die EG Wohnung ein älterer Herr mit Hund eingezogen. Vorsichtige erste Begegnungen lassen mich den Kontakt etwas scheuen. Sein Hund ist nicht immer verträglich mit anderen Hunden, was den Umgang mit meinen beiden erschweren würde . Und außerdem, naja, wenn man einmal in seine Fänge geraten ist, kommt man unter einer Stunde Unterhaltung nicht davon. Die Zeit habe ich aber nicht immer und bin daher meist schnell im Auto verschwunden.
Was haben die beiden Sachen nun miteinander zu tun?
Heute hatte ich ein Handy Telefonat mit einem netten Herrn verabredet. Und hatte zur vereinbarten Zeit mein Auto in den Feldern geparkt, denn dort ermöglichen die Funkgötter in ihrer unermesslichen Weisheit eine stabile Verbindung.
Nach etwa einer Stunde sehe ich den besagten Nachbarn auf seinem Spaziergang auf mein Auto zu kommen, mit besorgter Miene. Während ich aus meiner Flirtstimmung gerissen versuche meinem Gesprächspartner zu erklären, warum ich gerade vor Lachen los pruste, presst er sein Gesicht an die Scheibe und gibt mir mit Gesten zu verstehen, dass er glaubt, dass ich in Schwierigkeiten sei.
Ich winke entspannt und lächelnd ab und signalisiere , dass alles in Ordnung ist und ich freiwillig so lange hier parke. Er geht mit Hund wieder weiter und ich kann mich meinem Gesprächspartner widmen.
Etwa 30 Minuten später sehe ich Scheinwerfer in meinen Feldweg einbiegen und bin ziemlich überrascht. Zwei Begegnungen an einem Tag auf diesem abgelegenen Weg? Wo ich hier sonst wochenlang niemand sehe? Das Auto kommt näher und langsam ahne ich, wer es sein könnte. Meine Vermieterin hat sich auf den Weg gemacht, nachdem sich der ältere Herr gewundert hatte, dass ich immer noch nicht zuhause war. Jetzt hatte die ganze Flirterei keine Chance mehr, laut lachend steige ich aus, versuche gleichzeitig dem Mann am anderen Ende der Leitung zu erklären was los ist und meiner Vermieterin glaubhaft zu versichern, dass ich nicht in Not bin.
Da will man einmal in Ruhe telefonieren
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