Vor etwa 2 Jahren habe ich einen Mann getroffen, der im Laufe der Zeit einer der seltenen Menschen wurde, denen ich Vertrauen schenken konnte.
Selten bin ich jemand mit einer solchen emotionalen Intelligenz begegnet. Ein Wesenszug, der mir später ganz schön Angst einjagen sollte, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass jemand, der so viel sieht und erkennt, mit mir befreundet sein möchte. Aus mir unerfindlichen Gründen war es aber so.
So faszinierend zu beobachten, wie dieser Intellekt arbeitet und im Stillen seine Schlüsse zieht, das dann aber nicht als Waffe gebraucht.
Was danach passierte, war nicht besonders clever von mir und das gehört nun wirklich zu den Dingen, die ich mir selber schwer verzeihen kann. Resultat war eine von mir erbetene Denkpause, die zwar zu einer Fortsetzung unserer Freundschaft führte, aber diese hatte nicht mehr dieselbe Qualität, weil ich ihm, offen gesagt, nicht mehr vertraute. Trauen schon, aber dieses beruhigende Gefühl, dass ich in ihn vertraue, war weg. Es gibt nur wenig Säulen, auf denen mein Vertrauen in dieses Leben ruht. Es wäre schön gewesen, wenn dieses Band eine weitere gewesen wäre.
Heute nun das Telefonat, das mich wieder in diese Beziehung katapultiert, weil er wissen möchte, was anders geworden ist. Warum ich nicht mehr so für ihn empfinde. Was mich unter Druck setzt, weil ich ihm nicht weh tun möchte, wenn ich sage, dass es dieses Vertrauen nicht mehr gibt.
Und wieder die Unfähigkeit *Nein* zu sagen, wenn er um ein Treffen bittet.
Von dem ich weiß, dass es dazu führen wird, dass ich ihn anlügen werde, weil ich lieber mir weh tue, als ihm. Was mich dazu bewegen wird, mich endgültig emotional abzuwenden, weil er nicht merken wird, dass ich nicht mehr die Wahrheit sage. Der Baustein, der die Basis unserer Beziehung war, weil ich mich bei ihm getraut habe ehrlich zu sein, auch wenn es weh getan hat. Diese Art Wahrheit, die bis tief auf den Grund geht, die Lücken in der Wand zeigt und die so ungewohnt ist.
"Selten bin ich jemand mit einer solchen emotionalen Intelligenz begegnet." Er wird es spüren, wenn du lügst.
AntwortenLöschenIch befürchte Du hast Recht, aber ich hoffe das Gegenteil.
LöschenIch hab ihn lieb, sehr sogar, aber mehr nicht. Deswegen möchte ich ihm nicht noch einmal weh tun. Aber das Vertrauen ist kaputt, ist wie bei meiner Lieblingsteetasse, das kriegt man nie wieder so hin. Da bleibt der Sprung. Auch wenn ich noch so darum trauere.