Mittwoch, 20. September 2017

zu hören

Heute war wieder Kurstag. Die Kursleiterin hatte es heute mit insgesamt 2 (ja, wirklich *zwei*) hoch motivierten Kursteilnehmern zu tun. Die anderen Betroffenen hatten ihre Stunden auf Freitag gelegt, so dass wir in den Genuss einer sehr individuellen Schulung kamen.

Heißt übersetzt: Da die beiden zu schulenden Menschenkinder den Stoff bereits beherrschen, gab es 4 Stunden lockeres Geplauder (und ein wenig Langeweile, denn bei so einer Personalbesetzung ergibt sich leider kein unbeobachteter Moment, um in Ruhe ein wenig im Internet zu surfen).

Und die ganze Zeit hatte ich dieses *zwingende* Gefühl, dass etwas bei ihr nicht stimmt, dass ihre Einstellung eine andere geworden war. Und als der zweite Teilnehmer pünktlich um 16.00 Uhr die Tür von der anderen Seite schloss, hatte sie mich gebeten, noch einmal kurz zu warten, sie hätte noch eine Frage. Ich weiß nicht, ob noch jemand das Gefühl kennt, dass man sein Gegenüber fast zwanghaft eine Frage stellen muss, die dazu führt, dass derjenige sich etwas von der Seele reden kann. In solchen Situationen fühlt es sich fast so an, als ob ich diejenige mit dem Problem bin, es ist überdeutlich.

Heute war es wieder so und sie hat sich fast eine Stunde ihren Frust und Ärger von der Seele geredet. Wenn in solchen Gesprächen dann ein Anruf kommt oder jemand den Raum betritt ist es fast als ob eine Glasglocke zerspringt, in der wir gesessen haben, so intensiv ist die Atmosphäre.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen