Donnerstag, 14. Dezember 2017

Der Nase nach

Eine meiner Freundinnen hat ein sehr feines Geruchsempfinden. Segen und Fluch zugleich. Sie weiß bei Betreten ihres Büros immer, was die Kollegen am Abend zuvor gegessen haben, was nicht immer angenehm ist. Aber sie weiß auch, wann der Chef im Haus ist, der Geruch seines Rasierschaums ist wohl recht verräterisch.

Dieser Sinn bei mir bei weitem nicht so gut ausgeprägt, abgesehen vom Geruch eines bestimmten Herrenparfums. Dieser führt dazu, dass ich einen Geruchssinn wie ein Drogenspürhund bekomme und dem Duft bis zum Träger folge. Auch durch eng besetzte Partyzimmer oder im Foyer des Theaters. Und diesem Mann bin ich dann erst einmal verfallen, egal wie er aussieht, was er sagt oder tut. Nase schlägt Hirn. Der Duft scheint meine Gehirnzellen vorübergehend in einen Koma ähnlichen Zustand zu versetzen, zumindest lächel ich die ganze Zeit. Wie intelligent das aussehen mag, ist eine andere Frage.

Ich weiß nicht, wie es auf Außenstehende oder gar den Betreffenden selbst wirkt, wenn andauernd eine fremde Frau sinnlos in dessen Nähe herum steht und mit leicht verklärtem Blick in der Luft schnuppert. Aber ich kann da nichts für, es ist eine Abhängigkeit, die bei der ersten Wahrnehmung des Duftes entstanden ist und die anscheinend sehr gut konditioniert ist.

Hat natürlich auch sein Gutes, denn ich wusste immer, welches Geschenk garantiert *für den Mann im Haus* auf dem Gabentisch liegen würde. Man muss ja nicht dazu sagen, dass es auch ein Eigengeschenk ist...

Für mich selber konnte ich die Palette inzwischen auf drei Düfte eingrenzen. Noch jemand hier, der gern L'Eau d'Issey, Ysatis oder Must de Cartier mag? 

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