Freitag, 14. Juli 2017

abundzuhobby


Nicht immer ist mir danach, aber ab und zu lese oder höre ich gern Gedichte.

Eine kleine Nische nimmt dabei mittelhochdeutsche Lyrik ein, die für mich noch den besonderen Reiz hat, deren Spuren im Hochdeutsch zu entdecken


Mir hât ein ritter‘, sprach ein wîp, 
gedienet nâch dem willen mîn. 
ê sich verwándèlt diu zît, 
sô muoz ime doch gelônet sîn. 
Mich dunket winter unde snê 
schoene bluomen unde klê, 
swenne ich in umbevangen hân. 
und waerz al der welte leit, 
sô muoz sîn wille an mir ergân. 



Laienhaft übersetzt:

Mir hat ein Ritter, sprach eine Frau, (hohe Frau, adelige Frau)
gedient nach dem Willen mein.
Eh sich verwandelt die Zeit, 
so muss ihm doch gelohnt sein.
Mir scheint Winter und Schnee
werden zu schönen Blumen und Klee,
wenn ich ihn umarme.
Und wär es auch das ganze Leid der Welt,
er soll mich, wie er es will, haben.

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