Dienstag, 11. Juli 2017

Anrufe

Früher hätte ich mich über deinen Anruf gefreut, mein Magen hätte Purzelbäume geschlagen und auch meine Worte hätten keinen geraden Weg gefunden.

Früher hätte ich auf deinen Anruf gewartet, mit klopfendem Herzen auf die Uhr geschaut und schon vorher gewusst, dass die nächste Stunde glücklich sein wird.

Gestern wusste ich nicht, was ich sagen sollte, was du erwartest oder was du befürchtest. Wollte mich nicht herauswagen aus meinem Kopf, der alles Ausgesprochene vorher bewertet und zensiert hatte. Damit kein falscher Eindruck entsteht, du keine falschen Vorstellungen und Erwartungen hast. Und doch bin ich jetzt in der Defensive, komme aus dieser Situation nicht heraus, ohne dir zu sagen, dass ich dir nicht mehr vertrauen kann, deine ausgestreckte Hand als Belastung empfinde. Weil ich dir beinah so vertraut hätte, dass ich Vertrauen in Dich gehabt hätte. Und du hast uns verraten

Deine Einladung konnte ich nicht ausschlagen, ohne dir weh zu tun, also habe ich sie angenommen. Immer mit dem großen Schild im Herz, dass mich davor warnt, dass du mir weh tun wirst. So dass ich Distanz wahre, die gewohnte Vertrautheit nicht entsteht und ich dir nicht mehr alles erzählen kann. Denn anlügen will ich dich nicht.

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