Sonntag, 31. Dezember 2017

Und noch mal drauf

Am 30.12. hat 2017 den eigentlich durchschnittlich guten Eindruck doch noch etwas nach unten gezogen. Gerade noch geschafft, wie es scheint.

Schlich sich nach einem euphorischen Morgen von hinten an und gab noch einmal tüchtig einen mit. Kopf- und Herztreffer. 

Obwohl ich weiß, dass es eine (wie sagt man so schön) Erlösung war, traf mich die Nachricht vom Tod einer Freundin doch unvorbereitet. Irgendwie dachte ich, wenn sie Weihnachten überlebt, dann ist das wie eine magische Schwelle, dann schafft sie es ganz. 2018 sollte nicht mehr sein

Dann ein 2 Stunden Telefonat mit einer Freundin die erneut eine rezidivierende Major Depression erleben muss und alles tut, aber nicht mehr an sich glaubt. Kein Wunder, miese miese Krankheit

Und meine Kleine, der es doch nicht besser geht und derentwegen ich mir wirklich anfange große Sorgen zu machen, was mir das Herz schwer werden lässt. Nächste Woche noch einmal TA,mit einem bösen Verdacht im Hinterkopf. Ihre Schwester wird gerade mit Schmerzmedikamenten final betreut - Knochenkrebs, der die Wirbelsäule schon auflöst

Ein Post, den eigentlich keiner braucht. Aber hier kann ich Luft ablassen, ohne Anderen die Laune zu verderben. Hätten die ja nun auch nicht verdient.

Ich möchte mich dann am liebsten in irgendeiner dunklen, versteckten Ecke zusammen rollen und nicht mehr vorkommen, bis ich für die Welt wieder lächeln kann. Da kann ich den Kram mit mir selber ausmachen, wütend sein, traurig oder verlassen.


Mag nicht mehr




Freitag, 29. Dezember 2017

Langjährig

Ab und zu habe ich sie hier schon erwähnt. 
Ich habe zwei Hunde, natürlich nicht irgendwelche, sondern die weltbesten. 

Sie begleiten mich nun schon 12 und 7 Jahre, haben mich dabei in den unterschiedlichsten Stadien von überglücklich und am Boden zerstört gesehen. Ihrer Menschenkenntnis glaube ich mehr als meiner eigenen, die im übrigen nicht besonders gut ist.

Sie sind beide sehr! menschenfreundlich und wenn sie nicht zu jemanden hingehen, werde ich skeptisch. Vertan haben sie sich dabei noch nie, keine Ahnung, wie sie das machen. Auch mich können sie besser einschätzen, als ich mich selber. 

In den letzten Tagen ging es der Älteren von den beiden Hunden nicht ganz so gut. Bei einem 12-jährigen Hund immer ein Alarmsignal. In Menschenjahren wäre sie ungefähr 85 Jahre alt und da sind gesundheitliche Probleme leider nicht unnormal.

Aber durch das jahrelange miteinander leben erkenne ich jetzt öfter die Spuren des Alters und mir wird bang.

Gerade in dieser Woche denke ich öfter daran, wie es sein wird, wenn sie nicht mehr da sein sollte (auf Holz klopfen). Kein guter Gedanke.

Donnerstag, 28. Dezember 2017

Samstag, 23. Dezember 2017

Denmark - zero Points

Heute Morgen hätte ich eigentlich zum ersten Mal in Dänemark aufwachen sollen.

Hätte - sollen, ging aber leider nicht. Denn mit den Rückenschmerzen hätte ich die Autofahrt nicht überstanden, trotz legaler Schmerzdrogen. Hatte der Arzt bereits prophezeit, aber die kleine Miss will ja nicht hören. Hatte mir nämlich die Woche genial ausgemalt, 6 Leute, 2 davon können excellent kochen, genug Wein und viel Lachen.

War vielleicht aber auch ganz gut so, dass der Rücken so gestreikt hat, denn ich hatte noch keinen Plan, wie ich die Abschürfungen im Gesicht einigermaßen überzeugend hätte erklären können.

Also habe ich erst gestern abgesagt und damit auch erst gestern mit den Weihnachtseinkäufen für die drei Feiertage begonnen. Man stelle sich vor, 3 ganze Tage kein Supermarkt!  Und anscheinend war ich nicht der einzige Mensch mit Kaufpanik, es gab jedenfalls nur noch magere vier freie Einkaufswagen.

Nun mache ich es einfach wie alle anderen, ich genieße ein ruhiges und entspanntes Wochenende.


Dienstag, 19. Dezember 2017

Wer versteht Frauen

Vielleicht lerne ich nur so, mit Schmerzen.

Eine Kursteilnehmerin rief heute Vormittag an, bat mich um Hilfe. Ihr Verlobter hatte sie wieder geschlagen, das zweite Mal, soviel ich weiß. Auch ihn kenne ich, hätte ihm nicht zugetraut, dass er schlägt. Die Frau, von der er behauptet, dass er sie liebt. So sehr, dass er Konflikte nicht anders als mit der Faust zu regeln vermag.

Bereits als K. mir das erste Mal nicht anders konnte, als mir erklären, woher das gerötete Auge und die blaue Schläfe her rührt, hatte ich ihr meine Hilfe und ein Bett angeboten. Und dann dieser Satz, der mich zur Verzweiflung bringt, der mich wortlos macht: "Das tut ihm doch leid, er hat das nicht so gemeint, er braucht mich doch"
Und weil er sie braucht, deswegen verließ sie ihn nicht.

Gestern Nacht muss es dann schlimmer gewesen sein, sie war endlich bereit Konsequenzen zu ziehen. Also bin ich zu ihr gefahren, um sie mit Hund, Gepäck und Tränen abzuholen, Richtung Schwester. Sie selber hat keinen Führerschein, daher die Unselbständigkeit.

Bei ihr Zuhause dann das totale Chaos, halb gepackte Taschen, gestresste Hunde und eine in Tränen aufgelöste K. Nachdem wir die Hälfte der Sachen verstaut hatten, kommt ihr Verlobter dazu. Versucht erst mit Argumenten und dann mit Verstellen der Tür die Abfahrt zu verhindern. Droht sich und den Hunden das Leben zu nehmen und als das auch nicht hilft, kommt ein bedrohlicher Zug ins Spiel. Als ich zum Auto gehen will, knallt er mich gegen die Tür und versucht K. festzuhalten. Nach der Drohung mit der Polizei wirft er die letzten Tüten selber auf die Straße und wir fahren ab. Nach 5 Minuten muss ich rechts ran, mir ist einfach schlecht und ich zittere selber wie Laub. Und ich bekomme mit, wie er K. schon anruft und anscheinend um eine Chance bettelt. 

Nachdem ich K. abgesetzt habe, bin ich nach Hause, hab eine Diclofenac eingenommen, meine Brustwirbelsäule blockiert total. Ich krieg die Schmerzen nicht weg.

Und dann kommt gerade eine Whatsapp von K., sie ist schon wieder zurück bei ihm. Er braucht sie doch. Hat versprochen sich zu ändern.

Ich kapier es nicht, ich will es vielleicht auch nicht mehr.

3 verschiedene Schmerztabletten später wird es immer noch nicht besser. Morgen früh doch Arzt, hoffentlich hat der was, dass hilft.


Montag, 18. Dezember 2017

Schizophrener Morgen

Guter Tipp:Schreiben Sie nie auf Whatsapp, wenn Sie unter Schmerzmedikamten stehen. Zumindest nichts, was nicht zitierfähig ist.

Heute Morgen mit den positiven Erinnerungen an einen, nun ... angenehm *angeregten* Traum erwacht. Gleichzeitig und sofort gemerkt, dass mich eine üble Migräneattacke erwischt hatte. Sehr zwiespältiges Gefühlsleben 

Also lieber bei der liebsten zweitliebsten Freundin das Treffen für heute per Whatsapp abgesagt, mit der obigen Begründung.

Nun komme ich eben aus meiner Dunkelkammerzeit im Schlafzimmer und bin wieder ansprechbar und finde ihre Antwort.

"(...) T. lässt ausrichten, dass er ein todsicheres Mittel weiß und Dir gern! hilft, nur gegen die Migräne kann er nichts machen!"

Krieg immer noch keine Antwort zusammen ...


Samstag, 16. Dezember 2017

Weihnachtsvideo

Seit 7 Jahren schaue ich mir dieses Video im Winter an. Vielleicht gefällt es Ihnen ja auch




Donnerstag, 14. Dezember 2017

Der Nase nach

Eine meiner Freundinnen hat ein sehr feines Geruchsempfinden. Segen und Fluch zugleich. Sie weiß bei Betreten ihres Büros immer, was die Kollegen am Abend zuvor gegessen haben, was nicht immer angenehm ist. Aber sie weiß auch, wann der Chef im Haus ist, der Geruch seines Rasierschaums ist wohl recht verräterisch.

Dieser Sinn bei mir bei weitem nicht so gut ausgeprägt, abgesehen vom Geruch eines bestimmten Herrenparfums. Dieser führt dazu, dass ich einen Geruchssinn wie ein Drogenspürhund bekomme und dem Duft bis zum Träger folge. Auch durch eng besetzte Partyzimmer oder im Foyer des Theaters. Und diesem Mann bin ich dann erst einmal verfallen, egal wie er aussieht, was er sagt oder tut. Nase schlägt Hirn. Der Duft scheint meine Gehirnzellen vorübergehend in einen Koma ähnlichen Zustand zu versetzen, zumindest lächel ich die ganze Zeit. Wie intelligent das aussehen mag, ist eine andere Frage.

Ich weiß nicht, wie es auf Außenstehende oder gar den Betreffenden selbst wirkt, wenn andauernd eine fremde Frau sinnlos in dessen Nähe herum steht und mit leicht verklärtem Blick in der Luft schnuppert. Aber ich kann da nichts für, es ist eine Abhängigkeit, die bei der ersten Wahrnehmung des Duftes entstanden ist und die anscheinend sehr gut konditioniert ist.

Hat natürlich auch sein Gutes, denn ich wusste immer, welches Geschenk garantiert *für den Mann im Haus* auf dem Gabentisch liegen würde. Man muss ja nicht dazu sagen, dass es auch ein Eigengeschenk ist...

Für mich selber konnte ich die Palette inzwischen auf drei Düfte eingrenzen. Noch jemand hier, der gern L'Eau d'Issey, Ysatis oder Must de Cartier mag? 

Übernachtung Einzelzimmer

Heute durfte ich im Adventskalender von Frau Edelnickel eine Übernachtung buchen.

Im Zimmer Nummer 14 

Vielen Dank für die Gastfreundschaft!

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Zu-treffend

Ich vermute, dass es einigen Menschen so geht wie mir.

Wenn jemand Kritik an mir übt oder etwas Negatives sagt, fällt das auf fruchtbaren Boden. Das keimt und schlägt Wurzeln, gräbt sich tief in Seele und Herz. Das, was dann wächst, wirft große Schatten, die das Licht nicht mehr durchlassen.


Leider funktioniert es bei positiven Dingen nicht so. 

Montag, 11. Dezember 2017

Schneeflöckchen

Von wegen *Leise rieselt der Schnee*. Den Flüchen nach zu schließen, rieselt das weiße Zeug recht lautstark und unflätig. Hier hatte es in der Nacht geschneit und bevor alle Welt zur Arbeit fuhr, konnte man diverse gotteslästerliche Flüche beim Auto freischaufeln hören. 

Ich muss gestehen, besonders höflich bin ich auch nicht, wenn ich meine 10 m hier entlang schaufle. Glücklicherweise ist der Weg bis zum Auto nicht besonders lang und den Rest schaufle ich nur, weil ich es hasse, wenn man auf dem Weg zum Briefkasten auf fest getretenem und dann gefrorenem Schnee ausrutscht. Und es ist beinah physikalisches Gesetz, dass mir das passieren würde. Eis + Miss = Bodenkontakt

Was mich aber so richtig nervt, ist meine persönliche kleine Schneewolke, die hinter der Scheunenecke lauert, während ich tapfer vor mich hin schippe. 
Es gibt sie, wirklich!
Denn das miese metereologisch fortgebildete ehemalige Regenwölkchen schleicht sich von hinten an und während ich vorne fleißig meine Arbeit tue, schneit es  heimlich den freien Weg wieder zu. Leise und vorsätzlich. Immer. Wenn ich mich schnell genug umdrehe, sehe ich gerade noch die letzten Flocken unschuldig zu Boden sinken. Alles wieder weiß. Und ich höre jemand kleines Weißes hämisch vor sich hin kichern.

Ich behaupte ja, dass sich nur die Leute über die Schneemassen freuen, die entweder einen Schneelift betreiben oder selber keinen Schnee schaufeln müssen ^

Sonntag, 10. Dezember 2017

Vorweihnachtshektik

Wie es in den vergangenen Jahren zu Weihnachten in den Supermärkten und Kaufhäusern ausgesehen hat, hat wohl jeder schon erlebt. Menschenmengen, Gedränge, Hektik, Stress und keine Spur von Winterruhe.

Endlich schlau geworden, habe ich mich schon diesen Freitag aufgemacht, um so einige Vorweihnachtsbesorgungen zu erledigen. Geschenke, Backzutaten und Autowäsche.
In der irrigen Ansicht, dass ich an einem Freitag noch ganz in Ruhe durch die Geschäfte komme und habe dabei nicht an das marodierende Rentnerheer gedacht, die anscheinend nur hinter der nächsten Gemüsetheke auf mich gelauert hatten.

Schon der überfüllte Parkplatz war eine Warnung, die kleine Anzahl von verbliebenen Einkaufswagen die nächste. Und im Laden selber sah es wie nach einer Woche Einkaufsverbot aus, leere Kartons, endlose Schlangen vor der Kasse und sehr zielbewusste ältere Einkäufer, die die letzten Christstollen beim Bäcker abräumten.

Also habe ich mich nach dem Einkauf einer besinnlichen Tätigkeit zugewandt, von der Autofanatiker und Männer behaupten, dass ich da ruhig öfter ran könnte. Auto waschen. ^^ 
Es ist nicht so, dass mein Auto nie gewaschen würde, aaaber bedingt durch naturbedingte Umstände könnte es wohl öfter passieren. Also wenn man mag, dass die Originalfarbe zum Vorschein kommt. Partiell

Da die Hunde mit dabei sind und um die Waschstraßenbesitzer nicht in den Irrsinn zu treiben, erledige ich das in einer dieser Selbstwaschboxen. Zufällig steht in der Nachbarbox dieses Mal ein Porsche SUV. Der definitiv in seinem ganzen Leben weniger Dreck gesehen hat, als mein kleines Auto nach einer Woche an der Heckklappe mitnimmt. 
Daher brauche ich auch drei Mal länger. Die erste Runde mit der Waschlanze um das Auto dient eigentlich nur dazu, die ungefähren Konturen wieder sichtbar zu machen. Die nächsten 2 Euro Waschzeit sind dann zum Runterfräsen der ersten Dreckschicht mit dem Hochdruckstrahl. Und tatsächlich der olive Grundton verschwindet an Türholmen und Stoßstangen. Die Betreiberin der Anlage kommt vorbei und schlägt eine weitere Runde mit der Grundreinigung vor, bevor ich es mit der Schaumbürste versuche. Und wirklich, nach knapp 15 Minuten bin ich mit Farbe wieder einverstanden und ich nur minimal nass, weil ich dieses Mal auf die Windrichtung und den Wasserflug geachtet habe.

Und am selben Nachmittag überlege ich mir, dass ich mir den ganzen Kram auch hätte schenken können, denn nach einer Fahrt durch die Felder, naja, dasselbe Elend wie vorher.

Mittwoch, 6. Dezember 2017

Monats update Dezember

Beruf:
Kam, wie es kommen musste. Jetzt musste ich doch notgedrungen einen Auftrag mit mieser, heuchlerischer Bezahlung annehmen (also knapp über Mindestlohn). Die Begeisterung schlägt Funken.
Aber nichts Schlechtes, bei dem nicht auch etwas Gutes ist: Ich kann das als Home Office erledigen. Und damit ist mein Herzenswunsch erfüllt, denn die Hunde sind dann nicht allein. Und ich auch nicht.

Kamin
Inzwischen ist es so weit, dass ich als Gastgeschenk Anmachholz bekomme. Anscheinend habe ich doch öfter von meinem Feuerproblem erzählt. So langsam habe ich aber keinen Platz mehr für die ganzen Brettchen.

Tageslicht
Wird hier sehr vermisst, in den letzten Wochen gab es nur die Auswahl zwischen hellgrau, mittelgrau und depri-grau. Sonst lässt sich die Tageszeit bei einem Blick aus dem Fenster ja ganz gut abschätzen, aber momentan sieht es von 08.00-16.00 Uhr immer gleich grau aus. Alles andere ist aber zur Abwechslung hübsch nachtschwarz. Immerhin, Abwechslung

Staubsaugereinsatz
Seit Einsatz des Schmuddelwetters haben die Hunde bei unseren Spaziergängen wieder ihre kleinen Sandeimer dabei. Ist zumindest meine Vermutung, denn bislang habe ich sie noch nicht auf frischer Tat ertappen können. Aber eine andere Erklärung gibt es nicht. Nach dem Spaziergang legen sie sich unauffällig irgendwohin, stehen auf und "tadaaa" plötzlich steht da eine 50 cm hohe Sandburg mit 3 Türmchen und einem Burggraben. Und der Sand ist keine 10 Sekunden später im gesamten Wohnzimmer verteilt. So viel Sand können die nur mit Eimern reinschmuggeln.

Weihnachtsmarkt
Laut dem BGB ist jeder Deutsche ganz offiziell zu mindestens einem Weihnachtsmarktbesuch pro Kalenderjahr verpflichtet. Muss ich also auch, also zwangsweise heißen Kakao mit Baileys trinken. So ein Pech aber auch.
Erledige ich dieses Wochenende mit meinen Trainingsleuten auf dem Dorf-Weihnachtsmarkt. Da kann man sich nämlich nicht verlaufen, selbst ich nicht. Gibt nur 3 Stände, zwei Mal Kunsthandwerk (um das ich einen Bogen machen werde) und die Versorgungsstation. Sollte ich finden, Kinderspiel




Dienstag, 5. Dezember 2017

Nikolaustipp

Für Kurzentschlossene oder Langzeitplaner:

Am 07.12.2017 findet an der Uni Göttingen die fabelhafte Nikolausparty zur Feuerzangenbowle statt. Jedes Jahr zu Nikolaus wird der Film vor knapp 5.000 Zuschauern gezeigt, inclusive Mitmachteilen. Wer den Film schon mehr als einmal gesehen hat, weiß, wo die eingesetzt werden im Film:
Wecker
Taschenlampe 
Reagenzglas mit Brombeerwein
und natürlich Wunderkerzen

Aus eigener Erfahrung: Sehr kultig, sehr lustig und die Party danach sehr lang

Und wer es dieses Jahr nicht mehr schafft, plant schon für 2018

http://www.unifilm.de/feuerzangenbowle/


Montag, 4. Dezember 2017

Vergeben und Vergessen

Ich arbeite daran, nicht erst seit gestern. Und es gibt Fortschritte. Aber es wird schwerer, je länger etwas zurück liegt, dass ich vergeben und vergessen möchte.

Das könnte natürlich auch daran liegen, dass ich es schon so lange mit mir herumtrage. Daran herum denke und es immer wieder als Endlosspule im Kopfkino zeige. Jetzt stellt sich mir die Frage, ob ich das alles noch sehen möchte. Und *eigentlich* möchte ich das nicht, denn es beeinflusst mich schon zu lange.

Also wäre es logisch diese Schubladen zu schließen und dafür mehr Zeit für angenehmere Dinge zu haben.

Es scheitert meist an einem Thema, ich kann da keinen inneren Abschluss unter das Thema mit meinem Stiefvater finden. Den Schritt der Vergebung kann ich irgendwie noch nicht tun, was mich gleichzeitig ärgert, weil ich mich nicht darum reiße mich mit unangenehmen Themen zu beschäftigen.

Trotzdem taucht auf Autofahrten der Gedanke auf: "Lebt er noch?" Und ich versuche ihn über Google zu finden. Was ich machen würde, wenn ich wüsste, wo er wohnt? Manchmal stelle ich mir vor, dass ich ihn anrufe und meinen Frust rauslasse. Würde ich mich aber vermutlich vor lauter Angst doch nicht trauen. Selbst jetzt wüsste ich noch nicht, wie ich mich wehren könnte. Und bin da gedanklich schon wieder dabei ihn größer und bedrohlicher zu machen. Dabei ist er vermutlich inzwischen ein alter Mann und ich muss nicht mehr zu ihm hoch sehen, weil er größer ist, mich einschüchtert, hilflos und klein macht.

Und das soll raus aus meinem Kopf, soll  mein Leben nicht mehr begleiten. Aber ich befürchte, dafür muss ich ihm vergeben können. Was sich schwierig gestaltet


Sonntag, 3. Dezember 2017

Frohes Internet

Es gibt so einfache, kurze Nachrichten, danach finde ich Menschen einfach wunderbar.

Heute hatte ein Eiscafe Besitzer über Facebook so ein Angebot gemacht. Er schließt über den Winter seinen Laden und hat heute knapp 100 Liter Eis verschenkt. Jeder der vorbei kam, durfte sich mitnehmen, was er gerne mochte. Und für die Spätabholer ist er extra noch bis 22.00 Uhr im Laden geblieben.

So etwas ist für mich auch *Frohe Weihnachtszeit*


Samstag, 2. Dezember 2017

Adventskalender

Zugegeben, ich freue mich jedes Mal ganz furchtbar, wenn ich einen Adventskalender bekomme. Ich liebe liebe nämlich Geschenke und da bekomme ich gleich 24 auf ein Mal!

Und ich darf mich jeden Morgen auf eine Überraschung freuen, was ich auch sehr gern tue. Ab und zu ist die Überraschung dann groß, aber auch merkwürdig.

So wie letztes Jahr, da hatte S. mir einen Tee-Adventskalender geschenkt. Ich mag keinen Kaffee und bin daher eine konsequente Teetante. Und in dem Kalender waren jetzt grandios viele unterschiedliche Teesorten. Und alle hatten etwas, bis auf die Sorten *Erdbeer-Käsekuchen*,  *Schoko-Muffin* und *Schoko-Banane*. Sollten Sie diesen Sorten einmal unvorbereitet in ihrer Teetasse begegnen: "Viel Glück!" Persönlich empfehlen kann ich übrigens *Türkischer Apfel*. Aber nur der von dieser Firma

Das Jahr zuvor gab es einen Adventskalender von dem ich vorher schon wusste, wie er aussehen würde. Weil ich selber so einen zusammen mit einer Freundin produziert hatte. Dominosteine (also die mit Keks, Gelee, Marzipan und Schokolade) verziert mit Zuckerguss, Glitzerperlen und Flitter. Die ganze Küche hat noch Monate später verstohlen vor sich hin geglitzert. Keine Ahnung, wie ich den Zuckerguss später von Pullover, Küchenschränken und Haustür wieder abbekommen habe. Aber es war mega lustig an dem Abend (was auch an dem einen kleinen Schlückchen Sekt gelegen haben mag)

Und dieses Jahr hatte mir eine Trainingsgruppe einen selbst gefüllten Adventskalender geschenkt, an einer laaaangen Satinkordel, für die ich erst einmal einen passenden Ort finden musste. Der optisch beste Platz wäre sicher über dem Kamin gewesen, allerdings bin ich mir sicher, dass ich spätestens beim nächsten Kaminfeuer die Filzherzen angekokelt hätte oder noch wahrscheinlicher, der ganze Kalender wäre in Flammen aufgegangen. Daher hängt er jetzt über dem Kücheneingang, im Fachwerk. Und die Beutel für den 09. und 24. Dezember sind besonders verlockend. Da sind eingepackte Päckchen drin ....

Btw: Meine Adventskalenderstatistik ist nur deshalb so hoch, weil ich Ende November Geburtstag habe und die Leute dann oft auf die Idee mit dem Kalender kommen. Aber ich beschwere mich nicht 

Freitag, 1. Dezember 2017

Schwein gehabt

Ab heute geht es wohl bergauf. Zumindest lässt mein geschonken bekommener Adventskalender darauf schließen 


Mittwoch, 29. November 2017

Mit Worten schubsen

Diesen Text habe ich schon länger in den Entwürfen stehen. 
Weil das Thema immer wieder auftaucht. Weil ich da ein ungewolltes Talent habe. Und nach den Reaktionen zu schätzen, ein ziemlich großes Talent.

Aus Gründen bin ich sehr vorsichtig, wenn mir jemand zu nahe kommt. Das betrifft nicht nur körperliche Nähe, sondern wahrscheinlich noch mehr wenn es um emotionale Nähe geht. Ich meine jetzt nicht die große romantische Liebe, es reicht da schon, wenn ich meine, dass dieser Mensch freundlich zu mir ist. Das löst bei mir die Alarmglocken aus, lässt mich innerlich furchtsam werden Denn wie wahrscheinlich ist es, dass ich das verdient habe?

Und kennen Sie diese Mechanismen, die dazu führen, dass ein befürchtetes Ergebnis auch ganz sicher eintritt? Wenn man selber dafür sorgt, dass sich andere Menschen abwenden und man denkt: "Siehste, wusste ich es doch, das warst Du nicht wert. Recht gehabt." Nur dass es keinen Spaß macht, da mal wieder Recht zu haben.

Tja, und das kann ich. Also Menschen dazu bringen, dass sie nicht freundlich sind, dass sie wieder gehen. Weil ich dann punktgenau die Stelle treffe, die zu schnellem Rückzug führt. Ab und zu habe ich dann so ein Talent mit Worten. Da kann ich schubsen und schubse die Menschen weg. Weil ich Angst habe. Denn was passiert, wenn ich jemand näher lasse und mir es dann weh tut?
Und das Beste ist, das funktioniert inzwischen schon automatisch, da muss ich mich gar nicht mehr anstrengen. Anstrengend ist es dann aber, den Menschen in die Augen zu sehen, weil ich mich schäme. Weil ich niemand weh tuen wollte, mag ich ja selber auch nicht. Hilft aber nix mehr. Und dann geh ich

Ich weiß aber auch, dass mir da etwas fehlt, dass es eine Sehnsucht gibt, Nähe zulassen zu können. Sie kennen nicht zufällig jemand, der da Volkshochschulkurse für Anfänger gibt? 

Dienstag, 28. November 2017

Die, die auf den Herd starrt

Machen Sie sich keine Sorgen, hier werden jetzt keine aufregenden Rezeptideen geteilt. Hier definitiv nicht. Ich bin immer froh, wenn Menschen die mir lieb und teuer sind, meine Essenseinladungen heil an Geist und Körper überstehen. 

Es geht um einen Tick, den ich selber lästig fand, aber schwer los wurde. Über Jahre hinweg konnte der geneigte Zuschauer mich jeden Abend vor meinem Herd beobachten. Mit dem Gesicht knapp 2 cm vor dem Herd, habe ich die Herdknöpfe angestarrt. Habe mich vergewissert, dass der Herd wirklich ausgeschaltet ist, dass alle Knöpfe auf Nullstellung stehen, dass die kleinen Erhebungen an den Drehschaltern wirklich alle oben stehen. Teilweise auch noch auf die Herdplatten gefasst, um ganz sicher zu sein, dass die wirklich kalt sind. Und war dabei, trotz der vorherigen Knopfkontrolle, immer darauf gefasst, dass sie doch heiß sein könnten.

Hört sich im ersten Moment vielleicht nur etwas skurril und dann lustig an, ist aber auf Dauer anstrengend. An diesem Herd einfach vorbei ins Schlafzimmer zu gehen und schlafen zu gehen, war mir schlicht nicht möglich. Ich musste vorher noch einmal nachsehen und alles quasi hypnotisieren. Ganz blöd lief es, wenn ich mir nach 5 Minuten im Bett noch einmal die Frage stellte, ob ich auch ganz sicher war, dass ich nachgesehen hatte. Blöde Frage, denn schließlich hatte ich kurz vorher 3 Minuten meditierend vor dem Herd verbracht. Half leider nichts sich von der Unsinnigkeit überzeugen zu wollen, ich bekam keine Ruhe, wenn ich nicht noch einmal nachsah, ob auch wirklich ... na, Sie wissen schon.

Der Moment, dass ich wusste, dass ich ernsthaft daran arbeiten muss, war gekommen, als sich diese Angst vor einem Brand, ausgelöst durch den Herd, ausweitete auf Elektrogeräte. Als ich mich selber dabei ertappte, dass ich anfing Stecker aus den Steckdosen zu nehmen und noch einmal hoch zu nehmen, um sicher zu sein, dass sie wirklich ausgesteckt sind, habe ich mich hingesetzt und überlegt. 
Auf keinen Fall wollte ich mich immer mehr da rein reiten.

Und ich merkte, dass ich das nur machte, weil ich etwas potentiell Gefährliches kontrollieren wollte. Dabei ging es gar nicht um den Herd, sondern um die Dinge, die ich nie unter Kontrolle haben werde, die mir Angst machen. Leben lässt sich nicht komplett vorhersehen oder kontrollieren. Aber ich wollte gewappnet sein, bereit auf alles zu reagieren, wollte Pläne vorbereiten, mich nicht kalt erwischen lassen.
Und das klappt nicht, hat es bei mir noch nie.
Und dann wurde mir klar, dass ich es bislang immer noch irgendwie geschafft habe, mit *dem Schicksal* fertig zu werden. Dass ich das bis hierher geschafft hatte, war eine Überraschung. Und gab mir plötzlich die Ruhe, mit der abendlichen Kontrolle aufzuhören. Einfach so. 
Weil ich andere Sache auch schon geschafft und überlebt habe.


Montag, 27. November 2017

Kleines Dilemma

Weil mich der heutige Tag gerade daran erinnert:
Wie andere unvorsichtige Menschen auch, bin ich Mitglied in einem Verein. Und da ich ja nie die Klappe halten kann, geschweige denn Nein sagen, habe ich im Lauf der Zeit auch das ein oder andere Ehrenamt übernommen. 
Vor ein paar Jahren hatten wir den Vorsitz einer Regionalgruppe übernommen, *wir*, das waren meine beste Freundin als V1, ihr Schwiegervater als Finanzminister und noch eine Freundin als Protokollführerin.
Es lief toll, die Zwistigkeiten, die sonst in einem Vorstand vorkommen, waren uns fremd. Wir haben fast jedes Wochenende bei dem Schwiegervater im Wochenendhaus verbracht, hatten irre viel Spaß, fühlten uns einfach zusammen gehörig. Konnten viel organisieren und den Mitgliedern helfen.

Und dann kam das *aber*.
Aber, es kam immer öfter vor, dass uns ehrenamtliche Helfer auf die Begleichung von Rechnungen ansprachen. Das ungewöhnlich lange Zeitspannen zwischen der Zusage von Überweisungen und dem Eintreffen auf den Konten verstrichen.
Nun ja, der Schwiegervater hatte gerade sehr viel mit dem Hausumbau zu tun, Krankheiten und der Postweg. Alles plausibel. Und dennoch

Als es schließlich richtig krachte, kam noch das Ehe-Aus zwischen meiner besten Freundin und ihrem Ehemann dazu. Er hatte seine Firma in den Konkurs gebracht, wollte aber nicht erzählen, wo das Geld geblieben war. Sie hat in diesen Wochen mit ihren Kindern bei mir gewohnt und wir waren froh, dass wir reden konnten. Eine Lösung finden, einen Ausweg, dass sie als Miteigentümerin irgendwie noch Geld für den Lebensunterhalt zusammen bekam.
Und dann der Tag, an dem ihr Schwiegervater zugab, dass er das gesamte Vereinskonto leer geräumt hätte. Und dem restlichen Vorstand dabei direkt einen Vertrag vorlegte, in dem wir hätten unterschreiben sollen, dass wir ihm das Geld geliehen hätten. Er wollte zurück zahlen, wann und wie, wusste er noch nicht. Dabei keine Entschuldigung oder das Gefühl, dass er das als Unrecht angesehen hätte. Nur sein Ärger, dass er doch noch zugeben musste, dass das Geld weg war.
Kein Gedanke an seine Schwiegertochter, die als V1 dafür haftbar gemacht werden konnte. 

Ihre Unfähigkeit zu entscheiden, wenn sie jetzt reinreiten sollte, sich selbst oder den Opa ihrer Kinder. Und meine Entscheidung, dass wir jetzt diesen Vertrag nicht unterschreiben, sondern ihn zwingen, sich selber beim Bundesvorsitzenden zu melden und die Unterschlagung zu melden. Damit er nicht angezeigt wird. Damit seine Schwiegertochter nicht in den Verdacht gerät beteiligt gewesen zu sein, weil sie selber in Geldnot steckte. Oder ihn sogar angestiftet hätte.

Wie sich später herausstellte, hatte der Schwiegervater das Geld für seinen Sohn entwendet. Weil der spielsüchtig war und so auch schon seine Firma an die Wand gefahren hatte. Das alles hat eine Ehe, eine Enkel-Opa Beziehung und auch unsere Freundschaft gekostet.

Und heute füllen andere diese Stellen aus, Menschen mit denen ich befreundet bin, von denen ich weiß, dass sie privat ganz schön zu knabbern haben. Und die Vereinsarbeit auch als Ablenkung brauchen.
Und höre heute, dass Rechnungen seit März noch nicht beglichen sind.
Und es wird mir mulmig und ich will dieses Mal nicht mit hinein gezogen werden. 


Sonntag, 26. November 2017

Weihnachtsplanung

Wenn es nach den Supermärkten ginge, habe ich mit meiner Weihnachtsplanung schon verloren. Also terminlich gesehen. Ich bin Wochen, wenn nicht Monate, hinter dem prognostizierten Lebkuchen- und Weihnachtsmannverzehr zurück. Werde ich wohl auch nicht mehr einholen und gehe dem entsprechend mit schlechtem Gewissen durch die hiesigen Süßigkeitenregale in den Supermärkten.

Noch schlimmer sieht es mit Weihnachtsgeschenken aus. Nix habe ich bislang überlegt, geschweige denn gekauft. Und blöderweise häuft es sich bei mir ohnehin mit den Geschenken zu dieser Jahreszeit. Die Eltern von Freunden und Verwandten müssen vor ein paar Jahrzehnten alle zwischen Januar und Februar extrem viel Langeweile gehabt haben. Anders kann ich mir die vielen Geburtstage zwischen November und Januar nicht erklären. 
Also brauche ich doppelt so viele Geschenkideen. Und ich weigere mich kategorisch etwas aus dem Bereich Amazon Gutscheine oder Krawatten zu verschenken. Dann könnte ich auch gleich Kontonummern austauschen. Bislang hatte ich immer noch Glück mit den Ideen, hoffentlich klappt das auch dieses Jahr. Denn bis zum 01.12. muss ich auch ein Hochzeitsgeschenk ersinnen, dass zu einem Paar passt, dass jeweils den dritten Partner ehelicht. 
Soll man sich da direkt etwas aussuchen, dass sich später gut teilen lässt? ^ 

Wesentlich unkomplizierter läuft bei mir Terminplanung für die Weihnachtstage. Ich kann herrlich egoistisch sein und die Zeit allein verbringen. Also nicht einsam, falls dies der Gedanke dazu ist.
Hängt sicherlich damit zusammen, dass jedes Weihnachten, dass ich mit Familie verbracht habe, zu den schlimmsten Tagen gehört, die ich mir denken kann. Es gab immer Streit.
Nicht nur kurze Gewitter, sondern den Typ von Streit, bei dem die unbeteiligten Personen unangenehm berührt am Tisch sitzen und sich sehnlichst wünschen meilenweit weg zu sein. Gerne auch noch ein paar Meilen weiter. Also viel weiter.
Aber wenn man Weihnachten zu Besuch ist, geht das nicht so einfach. Da ist man im Zweifelsfall direkt ein paar Tage an die Menschen und deren unamüsante Laune gefesselt. Außer man lässt im Zweifelsfall zum dritten Mal den zu Hause zurück gelassenen Hamster sterbenskrank werden. Ist aber irgendwann auch zu auffällig.
Wenn ich nur für mich plane, kann ich spontane Verabredungen treffen (das Glühweintreffen letztes Jahr war denkwürdig, auch hinsichtlich der Kopfschmerzen am nächsten Tag) oder auch nicht. Keiner zwingt mich, mit den Kindern meiner Nichte die neue Barbie-Eisprinzessin-Folge anzusehen und wenn, dann würde ich das sowieso lieber allein machen. Damit keiner mit bekommt, dass ich mitsinge, bzw. wie ich mitsinge ;-)
Wenn Weihnachten für mich schön sein soll, habe ich gemerkt, dass das mit weniger Menschen für mich besser klappt.

Samstag, 25. November 2017

Novemberfoto

Und wie es sich an einem schönen nebligen Novembersamtag gehört, waren wir natürlich ziemlich früh unterwegs. Damit wir auch wirklich den ganzen Nebel mitbekommen. Dazu passt dann auch, dass wir nach dem Training patschenass aber zufrieden waren

Tolle Landschaft oder?


Freitag, 24. November 2017

Selbst*dingsda*gefühl

Man mag es kaum glauben, aber ich bin nicht unbedingt mit einer großen Portion Selbstbewusstsein in dieses Leben geschubst worden. Und im Laufe der Jahre hat sich da auch nicht viel dran geändert.

Ein Tag wie gestern, mit zwei Nachrichten die mich unangenehm berühren, führt zu einem Selbstgespräch, in dem es schließlich lautet: "Bitte gehen Sie direkt zum Nullpunkt der Selbstbewusstseinsskala, gehen Sie nicht über *naja, das kann ich vielleicht nicht, aber dafür putze ich ganz nett Fenster - also manchmal" und auch nicht über *irgendwo mag dich jemand* sondern fangen Sie direkt wieder ganz unten an"
Zumindest scheine ich mich in meinen Selbstgesprächen noch zu Siezen.

Vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum ich so schlecht  nie jemand einen Gefallen abschlagen kann. Dann wäre ich ja noch mieser, so kriege ich wenigstens einen Punkt für *nicht völlig unsozial*.

Ich hätte gern ein wenig mehr Selbstbewusstsein, vielleicht hätte ich dann auch ein etwas größeres Selbstwertgefühl




Donnerstag, 23. November 2017

Verdrängungskünstler

Ganz ganz mistiger Tag heute.

Zwei Briefe in der Post. Und wie üblich keine guten. Oder bekommen Sie heutzutage noch nette Briefpost? Hier landen im Briefkasten nur noch die Briefe, die eigentlich keiner haben möchte.

Tja und heute hat mich das eingeholt, das ich gedanklich so schön beiseite geschoben hatte. Einmal beruflich und einmal finanziell. Das macht den Abend nicht besonders ruhig. Heißt bei mir: Grübeln, ungewohnte Unruhe und der Puls fliegt. Verspricht also auch noch eine unangenehme Nacht zu werden.

Beruflich hatte mir jemand etwas sehr Positives in Aussicht gestellt und ich hatte mich mal wieder dazu hinreißen lassen, mich gedanklich darauf einzulassen und schon fest damit zu rechnen. Ist eine dumme Unart von mir, wie ich befürchte.
Ich wusste ja, dass es noch nicht fest war, aber der Brief war doch ein ziemlicher Schlag. Um so mehr, da der zweite Brief mir noch einmal meine finanzielle Situation vor Augen führte. Und das deutlich

Bitte nicht missverstehen, ich bin da sehenden Auges und grundsätzlich auch zufrieden hinein gegangen, aber manchmal packt mich doch die Angst. Und das ist heute so ein Abend.

Was mir ein wenig hilft, ist der Gedanke, dass es eigentlich nicht neu für mich ist, sich also nichts grundlegend geändert hat. Beide Informationen hatte ich schon früher. Aber anscheinend ist der feststoffliche Beweis (also ein Brief) doch noch einmal eine Nummer realer/Furcht einflößender.

Normalerweise kann ich solche Dinge ganz gut verdrängen, aber heute Abend geht es nicht so schnell.

Freitag, 17. November 2017

Mitgebrachte Männer im Supermarkt

Ich versuche möglichst ohne Zeitstress einkaufen zu gehen, weil ich irgendwann einmal für mich entschieden habe, dass ich nicht zu einer Kundin werden möchte, die mit verkniffenem Kampfgesicht in den Einkaufskrieg zieht.

Daher warte ich auch mal 10 Minuten, bis der der passende Parkplatz frei wird, lasse anderen an den strategischen Regalkreuzungen den Vortritt oder lasse andere an der Kasse gerne vor.
Und kann entspannt lächeln dabei. Ist also nicht besonders sozial gemeint, sondern einfach gut für mich.

Auch gut sind die Beobachtungen die man machen kann, wenn man etwas Zeit und Laune dafür hat. Eine der interessantesten Gruppen sind die vergesellschafteten Männer im Mitbringalter. Meint: Männer knapp vor oder nach dem Rentenalter, die von ihrer *begeisterten* Ehefrau mit in den Supermarkt gebracht wurden.

Meist nicht ganz freiwillig - also von der Frauenseite her. Denn diese haben es in den letzten Jahren durchaus geschafft den Einkauf selbstständig und erfolgreich zu bewältigen. Mit der Ruhe ist es aber vorbei, wenn der Mann mit zu viel Zeit gesegnet ist und nun beschließt mitzukommen.

Da gibt es einmal den Typ *Rockzipfel* der sich während der gesamten Fahrt durch den Supermarkt am Einkaufswagen festhält. Meistens an der hinteren Ecke, die er vertrauensvoll umklammert und erst dann gezwungenermaßen wieder los lässt, wenn der Wagen draußen zu den anderen Wagen gestellt wird. Ansonsten erträgt er klaglos auch längere Einkaufstouren und trottet halt so mit. Voller Vertrauen, dass er nicht ausgesetzt wird, da er ja den Wagen nicht aus den Augen lässt.

Ganz anders der kleine *Nöhler*, der seine Frau während der gehetzten Flucht durch den Markt die ganze Zeit annöhlt, wann man denn endlich zur Kasse geht. Kleinkinder bringen dazu im Gegensatz größere Geduld mit, aber die kann man ja auch mit dem Versprechen auf ein Eis, bei gutem Benehmen, still kriegen. Zeit spielt übrigens gar keine Rolle mehr, wenn der Nöhler auf dem Aktionstisch plötzlich den Laubpuster seines Lebens entdeckt und in der nächsten halben Stunde die Kartonbedruckung auswendig lernt.

*Napoleon* hingegen hat hier endlich endlich mal wieder Gelegenheit zu zeigen, zu welchen Leistungen ein großer Geist fähig ist. Im trauten Heim hat er nur wenig Zuschauer, aber im Supermarkt können auch andere Menschen dabei sein, wenn er strategisch seinen Eroberungszug durch die Gänge antritt. Schon auf dem Parkplatz hat er klar gemacht, wer hier das Sagen hat und mit seinem SUV direkt zwei Parkplätze blockiert. "Platz da, hier kommt der ehemalige stellvertretende Abteilungsleiter!" Und so, wie er bis vor 3 Monaten seine Untergebenen in der Firma herum kommandiert hat, lässt er nun seine genervte Ehefrau rennen. Mitten im Gang stehend schickt er die arme Frau mit knappen Kommandos *Kaffee, die grüne Packung!" auf die Mission. Immer bereit den ein oder anderen unfreiwilligen Zuhörer Beifall heischend anzusehen.
Kaum einer kauft so chaotisch ein, aber wenn die Frau das mit macht....

Heute dann ein neues Exemplar für die Sammlung. Vielleicht kann ja jemand schon anhand des Exterieurs darauf schließen, welcher Typ Mann das war. Ich bin erst auf dem Parkplatz ganz sicher gewesen, als ich das Auto sah.
Der Herr hatte den typischen Bierbauch eines Sofasportlers, dazu Baumwollhosen in Camouflage, mit Sportschuhen. Kurzer militärischer Haarschnitt.
Kurz vor der Kasse tauchte er mit seiner Frau in meinem Blickfeld auf und fiel mir auf, weil er sehr seltsam mit seiner Frau umging. Sie schaute sich die üblichen Blumen vor der Kasse an und wurde erst mit einem harschen Kopfnicken und dann mit einem knappen "Hierhin!" an seine Seite befohlen. Und während er sich in der Kassenschlange vorschummelte, hatte sie sich noch einmal abgesetzt, weil wohl noch Brot fehlte. Und dann kam es wieder, ein donnerndes "Hierher!" Dem sie tatsächlich auch noch Folge leistete. Mir entgleisten etwas die Gesichtszüge.
Auf dem Parkplatz dann zumindest die Auflösung, woher er den Kommandoton wohl hatte: Auf dem Auto prangte der Aufkleber eines Schäferhundsportvereins.
Die Kommunikation scheint sich für ihn als passend heraus gestellt zu haben. Keine Ahnung, wie das Paar das am Abend handhabt.

Mittwoch, 15. November 2017

Kleiner Versuch in Selbstverstümmelung

Eine gewisse Tapsigkeit kann ich leider nicht verleugnen. Daher *verunfalle* ich auch mit Dingen, bei denen 3-jährige kein Problem haben.

Zur Zeit habe ich einen lädierten Ellenbogen, ein verdrehtes Knie, Humpelfuß, Hämatom auf der Kehrseite und eine nicht ganz so nette Brandblase auf dem Bauch.

Hauptübeltäter ist mein neuer Schreibtischstuhl.
Steht hier im scheinbar unschuldigem Weiß herum und macht einen auf harmlosen Landhausstil. Alles Tarnung!

Ich dreh mich auf dem Stuhl leicht ein um aufzustehen und werde dabei von der Lehne tätlich am Ellenbogen angegriffen. Das auch die Lehne aus solidem Vollholz besteht, können mein Ellenbogen und ich jetzt beschwören.
Leicht angeschlagen und etwas benommen vom Schmerz (natürlich war es der Musikantenknochen, was sonst), drehe ich mich ein, will mich lieber doch noch einmal setzen, der Stuhl rutscht nach hinten weg, ich hinterher.
Knie verdreht und unsanfte Landung mit Hämatom.

Ab jetzt die Spaziergänge mit Schonhaltung und schon verdreht es auch den Fuß. Meine Durchschnittsgeschwindigkeit liegt zur Zeit bei ca. 1200 m pro Stunde. Etwas lahm also.

Dem entsprechend kalt ist mir, wenn wir wieder zu Hause ankommen. Und dann mach ich mich völlig zum Depp. Koche mir extra Tee und gieße mir den dann direkt auf den Bauch. Zuerst hübsch warm und dann *aua-HEIß!!*
Die anschließenden 20 Minuten unter dem Kaltwasserhahn waren a) langweilig und b) noch kälter als beim Spaziergang.

Wie gesagt. 3-jährige überleben besser als ich


Samstag, 4. November 2017

Monats update

Stellenangebote:
Es gab ein paar und ich kann zur Zeit sagen, dass ich glücklich bin, dass ich keines davon annehmen muss.

Aus Neugierde und einem Hang zu dem Gefühl *die wollen mich*, das ich Anerkennungs-hungriges Ding nicht verleugnen kann, habe ich drei Gespräche zugesagt.
Vielleicht liegt es an der Perspektive, aber ich bin jedes Mal erstaunt aus dem jeweiligen Gespräch gekommen.
Zwei der Personaler hatten anscheinend von der Höflichkeit der Könige länger nichts mehr gehört und ließen mich knapp eine halbe Stunde warten. Ich gehe davon aus, dass ich zu so einem Termin pünktlich erscheine und ich erwarte das tatsächlich auch von der Arbeitgeberseite.
Wäre dort gerade ein Notstand ausgebrochen oder der Chef hätte nach dem Mitarbeiter geschrien, kein Ding, hätte ich Verständnis gehabt.
Nun lag aber der Wartebereich direkt gegenüber dem Personalbüro und die Herren hatten die Türen offen gelassen. Somit konnte ich mir die Wartezeit zumindest damit überbrücken, dass ich zusah, wie sich der eine Herr die Zeit mit gelangweiltem Unterlagen blättern vertrieb und in der anderen Firma der Personaler bei einem Kollegen zu einem Schwätzchen war (da ich ungefragt zuhören musste, war auch klar, dass es um die Wochenendfahrt ging und nichts betriebliches). 
Grr, da kann ich arg sarkastisch werden

Bei der dritten Runde war der Personalchef vorbereitet, sogar etwas zu gut. Nach Durchsicht der Unterlagen und der vor Ort ausgefüllten Skill Formulare, zog er ganz nonchalant und im netten Plauderton noch ein Formular aus einem bereit gelegten Stapel und fragte so mal eben nach meinen Kinderplänen, Hochzeitsplänen, Krankheiten etc. 
Wenn eine Firma es nötig hat, mir solche Fragen unter zu schieben, ist das für mich kein fairer Umgang. GsD brauchte ich den Job nicht. Aber aufgeregt hat es mich

Heizung
Läuft wieder, wenn auch noch nicht optimal, aber ausreichend. Heizungsfirma kommt, nachdem der Lebensgefährte der Vermieterin vor mir auf dem Boden lag und das Heizungsventil auseinander schraubte. Das entschädigte immerhin etwas.

Kamin
Auf Freunde ist Verlass, ich habe inzwischen 4 narrensichere Anfeuerungsanleitungen in theoretischer und praktischer Form bekommen. Jetzt könnte ich vermutlich ganze Buschbrände legen. 
Kaminfeuer sieht toll aus, heizt nur leider den Raum nicht. Irgendwie fehlt mir das Siegergefühl dabei 

Nein sagen
Kapitulation auf ganzer Linie. Teilnehmer kamen einen Tag zu früh und fragten, ob ich ihre Stunde nicht mal eben heute dran hängen könne. Hatte ich eigentlich bewusst so geplant, dass ich heute nur 5 Stunden in der Kälte rumstehen muss, aber so ...- zumindest die 2 waren zufrieden
Irgendwann schaffe ich es *Nein* zu sagen und nicht direkt von meinem schlechten Gewissen umgebracht zu werden. ganz sicher

Montag, 30. Oktober 2017

Kaminfeuer 2

Keine Metapher, keine Allegorie

Ganz simpel: Hier ist es kalt

Seit Samstag funktioniert die Heizung im ganzen Haus und den Nebengebäuden nicht, kein Öl mehr. Kann mal passieren, ist aber leider in den 4 Jahren, die ich hier wohne, mindestens das 10. Mal. So ganz langsam fängt es an mich zu nerven und so etwas dauert bei mir meist. Hinzu kommen die teilweise tagelangen Heizungsausfälle wegen *kaputt*. So wohl auch jetzt, denn das Öl wurde heute Mittag geliefert, leider weiß von meinen Heizkörpern nur der im Arbeitszimmer etwas davon. Beschwerdeführer werde ich wohl alleine sein, denn zwei Wohnungen stehen noch leer und die Mieterin über mir hat gar keinen Kontakt zur Vermieterin mehr, seit dem die beiden sich nun 6 Monate über die fristlose Kündigung vor Gericht streiten. Die wird auf gar keinen Fall die Vermieterin ansprechen.

Besonders übel nehme ich den Wärmeverlust im Bad, bei schnuckeligen 17 Grad macht es da drin keinen Spaß und außerdem läuft natürlich auch das heiße Wasser über die Heizung. Waschen Sie sich bei solchen Bedingungen mal lange Haare - extrem unangenehm kühl.

Bleibt mein Entwicklungsprojekt Kaminfeuer. Ich habe rigoros alles an Umweltbedenken beiseite geschoben, dass zwischen mir und einem warmen Feuer stand und habe die gesamte Wochenlieferung an kostenlosen Wochenblättchen durch den Kamin gejagt. Damit das Holz endlich anfängt zu brennen. Schließlich bekomme ich jede Woche 6 Exemplare (Mittwoch und Samstag je 1 und Sonntag dann 4 verschiedene) dieser werbelastigen Druckerzeugnisse und schleppe den ganzen Segen sonst immer zum Altpapier. 

Projekt Fire Blast: 
chemische Anzünder - ✔
2 Raummeter Altpapier - ✔
teuer gekauftes Anmachholz in ausgefeilter Pyramidenformation - ✔
Hand abgewogenes Feuerholz zum weiteren Anfeuern, trocken gepustet - ✔
ausgesuchte größere Holzscheite, Marke *Eiche 60 € das Scheit* - ✔
Feuerzeug vom Discounter - ✔

Und siehe da, es brennt lichterloh, nur leider nur 30 Minuten. Danach müsste ich eigentlich im Dunkeln wieder in den Holzschuppen klettern und Nachschub holen. Werde ich aber bleiben lassen, weil es wie gesagt bereits dunkel ist, die Blagen Kinder meiner Vermieterin das Holz so abgebaut haben, dass eine circa 2 m hohe Holzscheitwand nun überhängt und den nächsten Holzsammler zu erschlagen droht und außerdem das Kaminfeuer immer noch nicht mein Problem mit der Badezimmertemperatur löst. 

Hilft nur: Morgen meine Vermieterin auf die Heizung noch mal ansprechen (hatten wir diese Woche ja erst 3 Mal)
Und trotz schlechtem Gewissen die Elektroheizung anwerfen.
Schlechtes Gewissen weil: Miete ist hier all inclusive, also auch Strom. Und das Biest frisst ordentlich Strom, das wird für meine Vermieterin richtig teuer. Und muss ja eigentlich nicht sein.

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Über zwei wundervolle Menschen

Egal wie ich es schreibe, es wird ihnen nicht gerecht werden. Nino und Mariella

Nino ist ein Sohn italienischer Einwanderer, der in Deutschland geboren wurde und sich mit viel Ehrgeiz von einer Lehre als Schlosser über ein Studium bis zum Prokuristen einer großen Firma gearbeitet hat. Und dabei glücklicherweise nie seinen Humor und seine Herzlichkeit verloren hat.

Mariella wurde als zweite Tochter eines soliden Beamtenpaares im Rheinland geboren, behütet und konservativ erzogen. Wie bei der älteren Schwester stand schon vor dem Abitur fest, dass sie auch einmal in den Beamtenstand als Lehrerin eintreten würde. Und erreichte dies mit Intelligenz und Zielstrebigkeit auch schnell. Dabei wurde ihre große Empathie für die Menschen um sie herum immer sichtbarer und sie hat die Gabe, dass andere sich in ihrer Nähe als bessere Menschen fühlen.

Dass sich der Lebensweg dieser beiden treffen würde, war nicht sehr wahrscheinlich. Aber glücklicherweise lernten sich die beiden über den gemeinsamen Freund der älteren Schwester von Mariella kennen. Und da trafen dann italienisches Temperament, etwas Machismo und südliche Lebensart auf nordische Zielstrebigkeit, weibliches Selbstbewusstsein und konservative Werte aufeinander. Verliebten und stritten sich in trauter Einigkeit. Eine bemerkenswerte Mischung, die viel Potential aus der Menschenliebe der beiden schöpfte und aus einer großen Empathie. Beide wuchsen sichtbar an den Unterschieden.

Und einer der wunderbarsten Zufälle meines Lebens führte dazu, dass ich die beiden kennen lernte, als ich etwa 16 Jahre alt war. Sie konnten selber keine Kinder bekommen und hatten zwei Hunde, mit denen ich stundenlang über die rheinischen Feldwege zog, glücklich von zu Hause weg zu sein.

Im Laufe der Zeit blieb es nicht aus, dass die beiden einige Details aus meiner Familie mit bekamen und handelten. Sie haben mich nie mit Fragen bedrängt, aber es wurde immer klarer, dass sie zu mir standen und still halfen. Ich muss ihnen oft viele Stunden gestohlen haben, denn bald hielt ich mich sehr oft bei ihnen auf und hütete ihr Haus wochenlang, wenn sie im Italienurlaub waren. Jedenfalls so lange, bis sie mich mit in den Urlaub nahmen. Wundervolle, entspannte Wochen ohne den Druck durch meinen Stiefvater, ohne nächtliche Elternstreitigkeiten und ohne dauernd aufpassen zu müssen, wer mich beobachtet.

Mit der Zeit konnte ich es glauben, wenn sie etwas Positives über mich sagten und suchte nicht mehr nach versteckten Angriffen. Irgendwann habe ich dann begriffen, dass sie mich wirklich gern hatten. Und ich konnte mir sicher sein, dass sie mir die Wahrheit sagten. Auch wenn sie nicht immer nur angenehmes zu sagen hatten, war der Grundtenor immer geprägt von Empathie und Zuneigung. 
Ich wünsche mir oft, dass ich einmal so werde wie sie. Ich habe sie einfach sehr lieb und bin verdammt dankbar



Mittwoch, 25. Oktober 2017

Kein Kinderwunsch

Wieder einmal eines dieser Gespräche, bei dem ich schon von Anfang an weiß, dass es vorhersehbar ablaufen wird.

Eine Freundin, die sich erst spät ihren Kinderwunsch erfüllen konnte, ist seitdem missionarisch unterwegs. Ihrer Meinung nach ist jede Frau von einem geheimen Kinderwunsch erfüllt, der nur danach dürstet ins Tageslicht zu treten.

Nun habe/hatte ich aber nie den Wunsch nach eigenen Kindern. Wenn jemand anders gerne möchte, bitte, ich werde da nicht drein reden. Aber es wäre hübsch, wenn es anders herum auch gelten würde.

Kennen Sie jemand, dem offen gesagt wird, warum er denn um Gottes Willen unbedingt Kinder haben möchte? So etwas gehört wohl zu ungeschriebenen Gesetzen, dass man dies ggf. nur denkt, aber bitte so höflich ist, es nicht auszusprechen.

Ganz im Gegenteil zu den Menschen ohne Kinderwunsch. Wie oft ich schon mit denselben Menschen dasselbe Thema besprochen habe. Aber irgendwie wird mein *Nein* zu eigenen Kindern nicht ernst genommen und komplett ignoriert. Meist kommt die Frage nach den eigenen Kindern dann, wenn ich gerade fremde Kinder bespaße oder geschickt ausmanövriert habe.

"Du wärst auch eine tolle Mutter! Bis wann möchtest Du denn eigene haben?"
"Nie, weißt Du doch. Ich möchte keine eigenen. Wollte ich noch nie."

"Ach warte einfach noch ein Weilchen ab, der Wunsch kommt bei jeder Frau, Du musst nur den richtigen Mann finden."

Und ich kann mal wieder nicht *Nein* zu so einer Unterhaltung sagen und merke, dass ich anfange mich zu rechtfertigen.

"Ich wäre keine gute Mutter, nach spätestens drei Minuten würde ich die lieben Kleinen aussetzen. Mir fehlt da die richtige Einstellung und das wäre doch Kindern gegenüber sehr unfair oder? Schließlich könnten die sich nicht einfach entscheiden auszuziehen."

Aber einmal auf dem Weg, sind *jeder-will-Kinder* schwer zu stoppen
"Du kannst doch soo toll mit Kindern, F. kommt so gern zu Dir und spielt gerne mit Dir, sie will gar nicht mehr nach Hause"
"Bei fremden Kindern weiß ich ja auch, dass ich sie wieder abgeben kann. Ich habe einfach keinen Kinderwunsch."

"Ach, wenn Du erst einmal schwanger bist, ist das etwas ganz anderes. Du musst es erst einmal fühlen" Und schon geht es wieder von vorn los.

Und ich weiß einfach nicht, wie ich das Thema sanft und geschickt für immer beende

Dienstag, 24. Oktober 2017

Zahnarzt

Ich bin nicht der einzige Mensch, der mit dieser Berufsgruppe so seine Schwierigkeiten hat. Daher wundere ich mich schon eine Weile, warum es eine Menge Studenten gibt, die dieses Berufsziel im Auge haben.
Aber, jeder ist seines Bankguthabens Schmied und es gibt ja auch nette Zahnärzte.

Zumindest hatte ich bis vor 4 Jahren davon gehört, dass es sie geben soll. So ähnlich wie die Zahnfee oder den fairen Handyvertrag. Alles eine Glaubenssache

Bis ich so richtig Zahnschmerzen bekam. Kein Wunder, wenn man vorher nur unter massiver Gewaltandrohung zum Dentisten gewankt ist.
Und auch jetzt habe ich erst einmal einen kunterbunten Mix an Schmerzmitteln eingeworfen, um die Nächte zu überstehen. Von den stündlichen kalten Wickeln gar nicht zu reden. Hält man - und vor allem ich - aber nicht lange durch. 

Für den todesmutigen Besuch beim Zahnarzt brauchte es aber erst 2 schlaflose und schmerzhafte Nächte. Hätte ich in dieser Zeit mein Bett mit jemand geteilt, wäre ich vermutlich zwangsweise vorgeführt worden, denn an Schlaf hätte niemand in meiner Nähe denken können.

Nur waren meine Erfahrungen in dieser Hinsicht ziemlich mies gewesen und getraut habe ich den Jungs ohnehin nicht. Nachdem mir ein Zahnarzt im zarten Alter von 12 Jahren eine Betäubungsspritze mitten in eine Zahnschwellung gesetzt hatte, hatte ich mir meine Meinung über diese Sippe gebildet. Vor allem, da auch die nachfolgenden Kollegen behaupteten: "Nur noch hier ganz kurz bohren, dann ist alles schon vorbei. Wird nicht weh tun, versprochen!"
Von wegen! Die haben alle gelogen wie gedruckt und dann noch eine halbe Stunde weiter gebohrt, gedrückt und gepiekt. Das hat so wenig weh getan, dass ich einmal vor lauter Schmerz ohnmächtig wurde. Da haben dann auch diese albernen Plastikspielzeuge zum Abschluss der Behandlung keinerlei Wert gehabt.

Aber jetzt musste es sein und ich musste mir einen neuen Zahnarzt suchen. Gesegnet sei das Internet, dort findet man auch Angstzahnärzte. Und der, den ich gefunden habe, ist wirklich ein Schatz.
Im Zweifelsfall hypnotisiert er das hyperventilierende Menschenkind und hat vor allem eine Engelsgeduld. Ich muss etwa 20 Minuten auf diesem Stuhl gelegen haben, bis die Instrumente auf diesem angeklinkten Tisch aufgehört haben zu klirren. Mein Zittern hatte den ganzen Stuhl zum Wackeln gebracht. Und die ganze Zeit hat er ruhig erklärt und ließ sich auch nicht davon irritieren, dass meine Dialogbeiträge recht vorhersehbar waren. Jeder, wirklich jeder zweite Satz, war gleich: 
"Guten Tag, meine Name ist Whimsy und ich möchte eine Betäubung." 
"Ich habe keine so guten Erfahrungen mit Zahnärzten und ich möchte eine Betäubung."
"Ich habe Sie über das Internet gefunden    und ich möchte eine Betäubung."

Im Verlauf der letzten 4 Jahre ist mein Verhalten weniger auffällig, ich bekomme sogar eine nicht gestotterte Begrüßung über die Lippen und kann mit seiner Hilfe sogar recht manierlich und natürlich atmen.

Und: Er lügt mich nicht an. Sagt vorher, wenn es kurz weh tut. Und dann ist es auch nur kurz.

Wer also einen kompetenten und dabei freundlichen Zahnarzt sucht, ich hätte da einen Tipp.

Montag, 23. Oktober 2017

Tee Stimmung

Wenn die Sonne schon weniger Kraft hat und der Regen mich in die Wohnung treibt, ist der Wunsch nach einer Teestunde bei mir besonders groß.

Alles ist kleiner, rückt näher, vielleicht, weil das Licht nicht mehr alles beleuchtet und der Raum gemütlicher wirkt. Dann suche ich mir einfach einen Tee für solche blauen Stunden heraus und kuschel mich mit einer großen, extra-weichen Decke auf meine Couch. Ganz zufällig landen dann meist noch ein paar Kekse oder zwei Stück Schokolade auf dem Teller und ich greife nur noch nach einem meiner Lieblingsbücher. Das Telefon habe ich schon vorher stumm gestellt, zum Entspannen gehört jetzt unbedingt auch Ruhe.

Und dann kann es passieren, dass ein bestimmter Blick oder ein besonderes Lied mich so trifft, dass es scheint, als ob schon der Lufthauch eines fallenden Blütenblatts mein Inneres berührt und die Welt noch mehr Farben hat.

Sonntag, 22. Oktober 2017

Elektro Friedhof

Nachdem ich heute beinahe mein Handy hingerichtet habe (Herbstregen ist eben nicht nett, sondern beinah tödlich), musste ich nach meinem Reservehandy graben, dass in dem Schrank mit allem nicht benutzten Elektrogedöns liegt.

Dabei fallen einem sämtliche Gerätesünden vor die Füße, die man aus gutem Grund bis dato gut weg geschlossen hatte. In meinem Fall alles Sachen, die ich ganz unbedingt anschaffen musste, weil ein Weiterleben ohne sie quasi unmöglich schien, aber nach 1-2 maligen Benutzen uns die graue Realität wieder einholte.

Ganz ganz wichtig war der elektrische Tischgrill mit austauschbaren Kontaktflächen. Man kann so herrlich auch im Winter gemütlich grillen und sitzt dabei rund um dieses Wunderwerk der Technik. Blöd nur, dass das Teil nur wenig Grillfläche bietet und außerdem extrem umständlich sauber zu kriegen ist. 2 Mal gegrillt, danach verschwand es in der hintersten Ecke des Schranks. Im Originalkarton. Damit dürfte es in ca. 80 Jahren für Sammler heiß begehrt sein, vor allem da auch die Bedienungsanleitung noch vorhanden ist. Ist da jemand, der sein Sammelgebiet erweitern möchte?

Auch mein Dampfbesen sucht ein neues, freundliches Zuhause. Schien die beste Idee ever zu sein, alles hygienisch rein, ohne lästige Putzmittelrückstände oder den Duft weiter Bergwiesen. Nur Wasser, ein wenig Strom und der Mikrofaser Wischbezug. Sah in der Werbung so einfach und effektiv aus. 
Ist es vermutlich auch, wenn man nur 2 m² putzen muss. Sollte man aber in einer normalen Wohnung und nicht in einer Puppenstube wohnen, muss man nach einer Fläche von 4 Fliesen Wasser nachfüllen (natürlich destilliertes) und vor allem den Wischbezug wechseln, der etwa so groß wie eine Handfläche ist. Und da haben wir dann ein Problem, denn die Werbung zeigt leider nicht, wie man einen kochend heißen Bezug von dem Gerät friemelt, ohne sich die Finger zu verbrennen und laut fluchend das Teufelsding in die Ecke zu pfeffern. Nächster Gast für den Schrank.

Weitaus weniger gefährlich, dafür aber nerviger ist mein Luftreiniger. Funktioniert so wie er soll, steht bescheiden auf dem Schrank und produziert quietschsaubere Raumluft. 
Rauscht aber - die ganze Zeit - auch wenn alles andere ruhig ist. Nervt also, enorm sogar.
Steht jetzt direkt neben dem Tischgrill. Kann er ja mal sehen, wen er da nerven kann.




Samstag, 21. Oktober 2017

mimimi und Arm

Heute der erste herbstliche "mimimi" Eintrag.

7 Stunden draußen im Gelände verbracht, die ersten zwei Stunden waren ein Beispiel für jeden Katalog-Herbst. Sonnig, golden, sanfter Wind. Alle lächeln und im Kopf taucht das erste Bild von einem gemütlichen Teestübchen auf. Mit englischen Scones und für die härteren Exemplare unter uns auch mit dem ersten Whisky des Tages.

Die folgenden 5 Stunden führen dann zu der einzigen logischen Konsequenz:
Arm, ich will sofort auf den Arm! 

Und jemanden, der überzeugend in mein Ohr murmelt: Du hast völlig recht, das ist alles seehr ungerecht, so viel Regen und kalten Wind hast du nicht verdient. Wir verhauen jetzt irgend jemand, der dafür verantwortlich ist und gehen dann in deine warme Wohnung und stecken dich erst in trockene Klamotten und dann unter eine warme Decke. Versprochen!"

Bei dem Gedanken an die nächsten Wintermonate möchte ich von dem Arm gar nicht mehr runter, *sniff*.

Namen

Ich suche nun schon seit ein paar Jahren eine zuverlässige Methode, damit ich mir Namen mit den dazu gehörigen Gesichtern merken kann.

Jedes Wochenende stehe ich vor knapp 20 Menschen, deren Namen ich mir zu 50 % nicht merken kann. Wenn ich die Teilnehmer erst zwei Mal gesehen hätte, wäre es vielleicht noch zu entschuldigen, aber sie sind meist schon länger als 6 Monate dabei (oder noch länger).

Und jedes Mal stehe ich wieder da und habe zwei Namen im Kopf, die ich aber nicht zuordnen kann. Eine Weile kann ich mich damit über Wasser halten, dass ich einen bekannten Namen für die Ausführung im nächsten Trainingsteil nenne und diejenige bitte, dann selber die nächste Teilnehmerin zu benennen, die ihr folgen soll. Damit habe ich den Namen. Klappt so lange, bis einmal alle bekannten Teilnehmer fehlen. ^^

Dann hilft nur noch die *Hase*-Variante. Alle namenlosen Teilnehmer werden dann mit "Hase, jetzt seid ihr dran" angesprochen. Die Menschen fühlen sich willkommen und merken, dass ich sie gern habe, keiner stört sich dran (auch die Männer nicht, die aus irgendeinem Grund bei mir sonst alle "Stefan" genannt werden, keine Ahnung warum ausgerechnet dieser Name).

Jetzt gab es aber Teilnehmertausch in den Gruppen und es ist den aufmerksameren unter den Teilnehmern leider nicht entgangen, dass auch andere *Hase* genannt werden. Es gab Beschwerden und Zweifel an meiner uneingeschränkten und ausschließlichen Sympathie ;-)

Wie merke ich mir also Name + Gesicht? Alle anderen Details habe ich parat, aber die Namen?

Donnerstag, 19. Oktober 2017

10 Dinge, die fast niemand kann

Solche Sätze sind eine fast unwiderstehliche Herausforderung für mich ^

Auf der GEO Homepage finden Sie bei gleich großer Neugier ein Video mit 10 Körperfertigkeiten, die fast niemand kann.

Nach einer Fast-Ohnmacht und einem gehörigen Lachflash biete ich 2,5 Fertigkeiten aus dieser Liste.* Mache mir dies erst einmal jemand nach!

Hier die Seite mit dem Video: https://goo.gl/7ep7Go

Und was wäre mir zuzutrauen?

1. Mit der Zunge die Nase berühren

2. Eine Augenbraue hochziehen

3. Multi Tasking (mit der Fußspitze im Uhrzeigersinn kreisen, gleichzeitig mit der Hand eine "6" in die Luft malen)

4. Luft anhalten, mindestens 2 Minuten

5. Eigenen Ellbogen mit der Zunge berühren

6. mit offenen Augen niesen

7. Ganze Faust in den Mund stecken können

8. Ohren wackeln

9. der gelähmte Ringfinger (die Hand liegt flach auf dem Tisch, der Mittelfinger wird nach unten auf den Tisch geklappt. Alle anderen Finger liegen weiter flach auf der Tischplatte. Nun allein den Ringfinger heben und senken)

10. Die Konsonanten "B, P und W" sprechen, ohne dabei die Lippen zu bewegen







*Mit nur geringen Verletzungen kriege ich Nr. 2 (allerdings nur links), 8 und 9 hin. Und Sie?

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Autofahren

Weil es ja nie langweilig wird:

Mit mir im Auto zu fahren, hat ein wenig von einer Afrika Expedition um 1850. 
Sie können sich sicher sein, dass ich nie weiß, wo wir landen werden und unterwegs tauchen die merkwürdigsten Dinge auf. Vorzugsweise aus den Untiefen meines Autos.

Sollte das Navi einmal defekt sein, wird es noch schlimmer. Ich habe zwar für Notfälle einen Autoatlas dabei, allerdings macht der die Sache nur noch schlimmer. Ich klebe mir nämlich nicht nur nummerierte Post it auf die Seiten, die mir sagen, welche Abfahrt, in welche Richtung ich nehmen muss, 

nein

die gleiche Anzahl an Klebezetteln verbrauche ich auch mit den Anweisungen, welche Strecke/Abfahrt ich auf gar keinen Fall nehmen soll. Und das ist dann nur die Hinfahrt!

Mit Navi (oder ggf. auch schon mal mit 2) ist es natürlich entspannter. Jedenfalls bis ich abbiegen muss. Die Biester nerven ja schon 100 Meter vorher damit, dass ich jetzt gleich, also bald, nun aber jetzt! abbiegen muss. Und wenn dann zwei Straßeneinmündungen knapp nebeneinander liegen, naja, wenn Sie gerne wetten, setzen Sie ihr Geld ruhig auf die Straße, die das Navi nicht meinte. Die nehme ich garantiert.
Jedes Mal
Immer

Dann  also drehen und versuchen wieder dahin zu kommen, wo das Navi die Orientierung verloren hat (keine Zwischenkommentare bitte, natürlich war es das Navi ^)

Dort angekommen, stehen die Chancen 50:50, dass ich mich rechtzeitig daran erinnere, welche der beiden Straßen nun die richtige ist. Abhängig auch von der ungeduldigen Autoschlange hinter mir. 

Heutiges Beispiel: Ich will etwas aus der Innenstadt der nächst gelegenen Kleinstadt abholen. Navi programmiert, Fahrtstrecke vorher auf Google Maps angesehen. Wirkte machbar, sogar für mich.

Vor Ort sah das schon wieder anders aus. Irgend jemand (und ich will da niemand grundlos aus der Stadtverwaltung verdächtigen) hatte wohl den eklatanten Mangel an Einbahnstraßen in dieser Gegend bemerkt und kurzerhand genau auf meiner Strecke eine eingerichtet.  Navi kannte die nicht, ich kannte die Gegend nicht und mein Zeitpuffer betrug nur noch 20 Minuten (ich kenn mich doch). Laut Navi wären es nur noch 300 m gewesen, aber so fuhr ich nun schon das zweite Mal um diesen Block.

Hatte aber Glück und sah Anwohner. Anhalten, fragen und mit der Fahrtanweisung optimistisch wieder starten. 
2 Minuten später fahre ich verlegen grinsend wieder an denselben Leuten vorbei und bereite mich seelisch auf das Unausweichliche vor. Genau, bei der dritten Runde stehen die drei Frauen schon erwartungsvoll da und winken mir sogar zu. Spätestens da hat es mich gerissen, ich liege laut lachend über dem Lenkrad und rufe bei dem vierten Turn nur noch aus dem offenen Fenster: "Ist halt sehr schön hier" Während die Frauen sich vor Lachen die Seiten halten.

Das wäre wohl noch unendlich so weiter gegangen, wenn nicht mein Gastgeber übles ahnend an der Kreuzung gestanden und mich abgefangen hätte. Um die Sache noch blöder zu machen, an der T-Kreuzung galt die Einbahnstraßenregelung nur für den rechten Arm, links hätte ich fahren können ...
Aber das Schild war wirklich missverständlich , ehrlich!

Besagtes Navi hat mir übrigens eine sehr liebe Freundin geschenkt, die sich nach einer gemeinsamen Fahrt ernsthafte Sorgen um mich gemacht hat.

Dienstag, 17. Oktober 2017

NachTraum

Es ging mir selber enorm auf die Nerven, aber irgendwie war ich immer noch nicht fertig mit dieser blöden Traumgeschichte.

Irgendetwas hatte sich in einer verborgenen Ecke meines Bewusstseins eingenistet und nervte da still vor sich hin. Nur um bei Autofahrten, beim Duschen oder Spaziergang immer mal wieder anzuklopfen und ohne auf ein *Herein* zu warten, in meine Gedankengänge zu platzen. Unüberhörbar

Vermutlich hab ich es jetzt endlich zu fassen bekommen: Es stört mich immens, dass ich in der Geschichte nicht allein wieder Sicherheit finden konnte. Das ich nicht selber einen Punkt erreicht habe, von dem aus ich weiter gehen konnte.
Ganz klar: Ich brauchte erst Hilfe und das fällt mir so richtig schwer. 

Weil ich nicht weiß, ob ich sie dann auch wirklich bekomme und nicht im Stich gelassen werde, was doppelt schwer wiegt, wenn ich danach gefragt habe.

Kein Wunder, dass sich da etwas im Hirn festgehakt hat

Wie viel Vertrauen kann ich aufbringen - wenig

Montag, 16. Oktober 2017

Lange Haare

Auf das Thema bin ich gestern gekommen, als wir in einem Rasthof saßen* und zwei Männer sich in der Nische neben uns über Frauenfrisuren unterhielten. Resümee war wohl, dass Kurzhaarfrisuren den unschlagbaren Vorteil hätten, dass nicht andauernd lange Haare überall herumliegen. Lange Haare aber beim Sex netter seien.

In dem Zusammenhang mal eine offene Frage: Warum halten manche Männer so gerne die Haare beim Sex fest, bzw. wickeln sich diese sogar um die Faust? Bislang hatte ich noch nicht die Gelegenheit nachzufragen, falls also jemand eine Antwort hat?

Dabei sind meine Haare für mich durchaus eine intime Zone. Ich mag es nicht, wenn fremde Menschen, ich muss wohl zugeben, überhaupt irgendwer, in meine Haare greifen. Einer der Gründe für meinen ewigen Zopf ist auch die Möglichkeit, meine Haare so schneller aus dem Zugriff einer Person zu nehmen. 

Außerhalb meiner Wohnung trage ich die Zotteln nie offen, außer bei sehr seltenen Gelegenheiten. Einer der seltsameren Geburtstagswünsche an mich war die Einladung eines lieben Freundes in sein Lieblingsrestaurant, mit dem Wunsch, dass ich an dem Abend die Haare bitte offen trage. Seitdem ist das ein Geburtstagsritual und für ihn überwinde ich mich (gerne).

Im Bett mag ich es gerne, wenn ich merke wie meine Haare mir über den Rücken streichen oder meine Schultern wärmen. Wenn ich jemand wirklich vertraue, ist es ein schönes Gefühl, wenn ihre/seine Hand über meine Haare gleitet. Das ist dann aber auch ein ultimativer Vertrauensbeweis, keine Ahnung, warum ich ausgerechnet da so sensibel bin.



*Man sollte es nicht glauben, aber es war nicht möglich, in zwei kleineren Städten auch nur ein Restaurant zu finden, dass an einem Sonntag Nachmittag um 16.00 Uhr geöffnet hatte. Uns blieb wirklich nur der Autobahnrasthof