Mittwoch, 26. Juli 2017

Männerdomäne 2

Während der folgenden Monate begrenzten sich meine Sozialkontakte auf die anderen Kursteilnehmer, 3-4 Abende beim Lehrgang, mindestens 1 Lerntreffen in der Woche und am Wochenende stehen die Reviergänge an, in denen wir uns durch die deutsche Botanik schlagen. 
Dabei sollen wir die typischen Fährten und Zeichen der einheimischen Fauna kennen lernen, was im Klartext bedeutet, dass wir mit 30 begeisterten Menschen um ein kleines Häufchen Rehsch..., im Jägerjargon Rehlosung, herumstehen und versuchen, uns die typische Optik einzuprägen.

Sie ahnen, warum wir uns dazu meist dankbar fernab von allen Spaziergängern tief in die Wälder begeben haben. Es wirkt nicht besonders intelligent, wenn man da so rumsteht und sich freut...

Glücklicherweise habe ich eine glasklare Ausrede gute Begründung, warum ich bei den Treibjagden nicht teilnehmen kann. Die auffällig harmlos klingende Einladung hat meinen Argwohn geweckt, zu Recht, wie sich herausstellen sollte. Die Überlebenden erzählen davon, dass sie als Jagdscheinaspiranten wohl für besonders verzichtbar gehalten wurden, jedenfalls wurden diese Gruppe immer in die schlimmsten Brombeerdickungen geschickt, um das Wild heraus zu drücken und durften die besonders moorigen Flächen durchwaten. Kaum einer, der nicht mit einem halben Liter eiskaltem Moorwasser in den Stiefeln nach 6 Stunden zum Treffpunkt zurück kam.
Richtige Entscheidung wie gesagt ;-)

Geschlechtsspezifisch wurde es bei zwei Fächern: Wildbrethygiene und Schießen

Während der Ausbildung schießt man zwar nie auf ein lebendiges Tier, aber man lernt ein Reh aufzubrechen und das Fleisch zu verwerten. Nachdem einer der Lehrgangsleiter zum passenden Zeitpunkt ein Reh strecken konnte, versammelte sich die gesamte Gruppe und sah einem erfahrenen Jäger bei der Arbeit zu. Diese ist übrigens überraschend unblutig.

Trotzdem teilt sich die Gruppe recht schnell: Während die drei Frauen mit schwarzem Humor und Interesse nah dabei bleiben, verlassen doch einige Männer erst einmal den Ort des Geschehens und kurieren ihre grüne Gesichtsfarbe ein paar Meter weiter aus. Wer hätte das gedacht ;-)

Beim Schießunterricht sieht es wieder anders aus

tbc

Donnerstag, 20. Juli 2017

Regen


Eben haben wir einfach nur unter dem Dachvorsprung gesessen und dem Regen zugehört.

Könnte ich stundenlang machen

Mittwoch, 19. Juli 2017

Männerdomäne

Mit ca. 7 % liegt der Frauenanteil bei der Jägerschaft ziemlich niedrig. Die Jagd und alles was darum passiert, liegt somit fest in Männerhand. 

Und zu den 7 % wollte ich einmal gehören und hatte mich aus verschiedenen Gründen zu einem Jagdkurs angemeldet. Dabei gibt es grundsätzlich zwei Wege: Den über die komprimierten Lehrgänge bei Jagdschulen und den traditionellen Weg in der örtlichen Jägerschaft. 
Über die Jägerschaften kann man Beziehungen knüpfen, die später bei dem Wunsch nach Reviernutzung oder Jagdgelegenheiten unerlässlich sind. Und man muss sich nicht für 4 Wochen in Kloster ähnliche Klausur begeben, sondern kann vor Ort lernen. Allerdings dauert dieser Kurs ca. 6 Monate, in denen man sich vorher schon einmal grundlegend von allen anderen Sozialkontakten verabschieden sollte.

Bei unserem ersten Treffen standen wir mit ca. 30 nervösen Menschen vor dem Lehrgangshaus. Wie immer bei solchen ersten Zusammentreffen fing das allgemeine Mustern an. Und interessant war die Mischung. Wie auf dem Land üblich, stammte die Mehrzahl der Aspiranten aus Familien, in denen schon seit Generationen gejagt wurde. Und der Enkel irgendwann einmal die Jagdpacht vom Opa übernehmen sollte, wenn er denn den Lehrgang überlebte wenn er sich bei den Schießeinheiten einigermaßen verantwortungsbewusst benahm. 

Dann gab es ein Ehepaar, das sich, in Vorbereitung auf den Ruhestand, ein Landgut mit den dazu gehörigen Ländereien gekauft hatten und dort die Jagd selber ausüben wollten. Die beiden parkten ihren Bentley genau neben ein extrem herunter gekommenes Wohnmobil, dessen Besitzer den Eindruck machte, dass er zumindest für den Waffenteil nicht mehr viel Neues lernen müsste. 

Während sich der Lehrgangsraum füllte, wurde schnell klar, dass es außer mir nur noch eine weitere Frau gab und dass der Altersdurchschnitt sich ab 40 aufwärts bewegte und damit die meisten mehr *Lebenserfahrung* als ich besaßen.

Übliche Vorstellungsrunde, mit einer kleinen Einführungsrede des Kursleiters, der auf Grund seiner Langatmigkeit schon Schlimmes für seine Unterrichtseinheiten befürchten ließ - was sich natürlich bewahrheiten musste. 
Mit einem Seitenblick auf einige Teilnehmer wurde auf die Verantwortung hingewiesen, die man als späterer Waffenbesitzern tragen würde. Um dann übergangslos den abgerissenen Wohnmobilbesitzer nach den Gründen für seine Anmeldung zu fragen.

Um ehrlich zu sein, hätte es mich nicht groß gewundert, wenn dieser Mann in abgegriffener Lederjacke, mit einer Schulterbreite wie ein Türrahmen, jetzt frank und frei zugegeben hätte, dass er so an eine Waffe zum Selbstschutz bei diversen Drogengeschäften kommen könnte. Weit gefehlt kleine Miss, der junge Mann war Sozialarbeiter / Streetworker und brauchte einen Freizeitausgleich zur Arbeit.

Im Laufe der nächsten Monate lieferte er sich übrigens ein sehr interessantes mobiles Duell mit den Landgutbesitzern. Beide Parteien besaßen einen abwechslungsreichen Fuhrpark, so dass wir immer warteten, bis beide auf den Parkplatz gefahren waren, um das jeweilige Prachtstück bewundern zu können. Punktemäßig lag das Ehepaar mit Bentley, einem Rolls Royce und zwei Rovern vorne, bis zu dem Tag, an dem sie in einem Smart vorfuhren und der Streetworker trocken bemerkte, ob sie den nicht lieber gleich auf dem Luderplatz entsorgen wollten.

tbc


Dienstag, 18. Juli 2017

Dienstag


Dienstag ist der Tag, an dem es endlich nur um mein Training geht. Keine Kurse, keine Einzeltreffen, ganz egoistisch, nur für mich.

Ich treffe mich seit 5 Jahren mit einer Freundin, ab und an kommt noch jemand dazu, aber eigentlich genügen wir uns vollkommen. 

Heute war ich nicht ganz so hellwach, wie ich es zu solchen Treffen eigentlich sein sollte, aber seit Sonntag habe ich für eine Woche lieben Besuch, der mich allerdings viel Schlaf kostet. Normalerweise komme ich mit 5 - 6 Stunden Schlaf gut hin und bin dann immer noch hinlänglich wach. Aber seit Sonntag werde ich so viel wach gehalten, dass wir gerade mal 4 Stunden schlafen. Dem entsprechend war dann heute meine Reaktionsgeschwindigkeit - ziemlich mies ;-) Glücklicherweise fiel das nicht so auf, da mein Besuch mit zum Training kam und recht übermotiviert war.

Und das alles passte trotzdem zu einem zauberhaften Nachmittag, Sonne, angenehmer Wind, der Geruch von Heide und genügend Schattenplätze. 

In so einem Moment schätze ich einfach die Möglichkeit mein Leben so zu gestalten sehr sehr hoch




Montag, 17. Juli 2017

Landleben versus Telekommunikation

Ich lebe gern hier auf dem Land, viel Raum, wenig Großstadt.

Nur die Sache mit dem technischen Fortschritt, könnte, sagen wir mal , optimiert werden. Während in ganz Deutschland die Netzbetreiber um Kunden werben, nehmen die Anbieter hier eine eher abwartende Haltung ein.

Bei meinem Einzug dachte ich noch ganz naiv, dass ich einfach meinem alten Anbieter, den rosa T's, die Treue halte. Der angereiste Techniker unterzog auch ganz artig sämtliche Schaltkreise und Stecker (technischen Kram halt) einer halbstündigen Musterung, packte wieder seinen Koffer zusammen und wollte einfach gehen. Jetzt habe ich so einen Handwerker ja nicht das erste Mal im Haus und weiß, dass ich ihn erwischen sollte, bevor er die Tür von Außen schließt. Sonst hört man nämlich die nächsten 6 Wochen wieder nichts von dem Verein.
Derartig in die Enge gedrängt, ließ er sich doch zu einem Termin festnageln:
"Wenn SIE glauben, dass die T HIER einen Anschluss legt, muss ich Sie enttäuschen. Das lohnt sich nicht."

Ich meine, wir leben in einer Industrienation, die diverse Nobelpreisträger hervorgebracht hat und die schaffen es nicht, hier auf dem platten Land einen simplen Telefonanschluss zu legen? Immerhin stehen hier im Umkreis von 2 Kilometern doch an die 10 Häuser, das ist ein Potential, das nur darauf wartet erschlossen zu werden.

Techniker verschwindet leicht empört, weil ich immer noch auf einem Anschluss bestehe und tatsächlich, früheste Möglichkeit auf einen Vertrag mit der T in ca. 6 Monaten (oder wenn die Hölle zufriert, je nachdem, was später passiert).

Aber die Vorteile einer Gesellschaft, die den freien Wettbewerb lebt, ist ja, dass es noch andere Telekommunikationsunternehmen gibt, die sich um einen Neukunden förmlich schlagen werden.
2 Tage und diverse Telefonate später bin ich mir nicht mehr so sicher, dass der Wettbewerbsgedanke auch hier im Norden angekommen ist. Eher nicht.

Es gibt immerhin zwei Möglichkeiten: Telefon und Internet über Funk bei dem roten Riesen oder noch 4 Wochen warten, bis der regionale Computerladen hier die Leitungen von der T übernimmt.
Instinktsicher entscheide ich mich für den erfahrenen und  wie sich später herausstellt, abgezockten Vertriebsriesen. Und greife damit instinktsicher in die ... , na Sie wissen schon.
Denn nachdem ich hier die erste Kundin mit dem Funkvertrag bin, laufen Telefon und Internet einfach traumhaft. Schnell, problemlos und zuverlässig.

Sie ahnen es -so etwas kann nicht gut gehen. 

Das ist so etwas wie eine allgemein gültige kosmische Regel. Niemand hat einen perfekt funktionierenden Internetanschluss und hier erst recht nicht!

Und wirklich, kaum werden alle anderen Haushalte im Umkreis ebenfalls auf den einzigen Funkmast geschaltet, läuft hier nichts mehr. Telefonate enden nachdem sich der Anrufer gemeldet hat und alle weiteren Kommunikationsversuche werden gnadenlos abgewehrt. Ich weiß dann zwar, wer angerufen hat, aber nicht warum. Telefonicus interruptus.

Ach ja, dazu sollte ich vielleicht sagen, dass ich dann nicht einfach auf den Mobilanschluss ausweichen kann, denn - da läuft hier, überraschenderweise, gar nichts. Null Balken.
Nur 1 Kilometer weiter, mitten in den Feldern, da ist plötzlich Empfang. Semioptimal, wenn man von Zuhause aus arbeitet.

Wenn Sie jetzt mit einem einzigen Anruf ein ganzes Call Center sabotieren möchten, empfehle ich Ihnen bei Reklamationen die folgende Wortwahl: "Aber warum können Sie denn nicht einen zweiten Mast aufschalten, der rote Riese ist doch ein modernes Telekommunikationsunternehmen"
Das Gelächter der Telefonknechte wird jetzt eine knappe halbe Stunde andauern, während dessen können Sie, da Sie ja inmitten der Felder stehen (Sie erinnern sich, kein Empfang im Haus), Blumen zählen oder auch Mücken , eine vernünftige Antwort wird es heute aber nicht mehr geben.

Nach 6 Monaten hatte ich dann endlich die außerordentliche Kündigung durch (dachte ich) und bin jetzt doch bei dem kleinen Computerladen gelandet, die hier das Netz übernommen haben.

Zumindest fällt das Netz nur maximal zwei Mal am Tag aus und man sieht die Nachbarn häufiger, wenn man sich gegenseitig bestätigt, dass mal wieder alles down ist und es nicht am eigenen PC liegt.
So ist das auf dem Land, man hilft sich gegenseitig




Freitag, 14. Juli 2017

abundzuhobby


Nicht immer ist mir danach, aber ab und zu lese oder höre ich gern Gedichte.

Eine kleine Nische nimmt dabei mittelhochdeutsche Lyrik ein, die für mich noch den besonderen Reiz hat, deren Spuren im Hochdeutsch zu entdecken


Mir hât ein ritter‘, sprach ein wîp, 
gedienet nâch dem willen mîn. 
ê sich verwándèlt diu zît, 
sô muoz ime doch gelônet sîn. 
Mich dunket winter unde snê 
schoene bluomen unde klê, 
swenne ich in umbevangen hân. 
und waerz al der welte leit, 
sô muoz sîn wille an mir ergân. 



Laienhaft übersetzt:

Mir hat ein Ritter, sprach eine Frau, (hohe Frau, adelige Frau)
gedient nach dem Willen mein.
Eh sich verwandelt die Zeit, 
so muss ihm doch gelohnt sein.
Mir scheint Winter und Schnee
werden zu schönen Blumen und Klee,
wenn ich ihn umarme.
Und wär es auch das ganze Leid der Welt,
er soll mich, wie er es will, haben.

Donnerstag, 13. Juli 2017

Statusbericht

*Au*

Vermutlich die sinnvollste Zusammenfassung. Ohne Vorwarnung und mit voller Geschwindigkeit vor die Wand gelaufen. Dieselbe mal wieder. Die, bei der ich schon seit Jahren versuche, mit dem Kopf durch zu laufen. Klappt nicht. Sagt das Sprichwort ja schon.
Und Sprichwörter haben Recht, wären sonst ja keine.

Blöd nur, dass man im Lauf der Zeit nicht abhärtet, sondern empfindlicher wird.
Empfindlicher, wenn es darum geht, dass wichtige Menschen sich wortlos zurück ziehen, wenn man ihre Wünsche nicht erfüllen kann. Schweigen als Strafe

"Nichts geht über gute Planung", denkt sich in einem solchen Fall das gütige Schicksal und bleibt noch eine Weile bei mir stehen, um die Sache rund zu machen.

Heißt in diesem Fall: Ein seit über einem Jahr von mir organisiertes Seminar wird am Wochenende wohl kurzfristig abgesagt werden müssen. Seminarleiter futsch - kann auf Grund der Thematik auch nicht ersetzt werden. Feste Absage kommt wohl erst morgen früh, die Reaktion der Teilnehmer ist absehbar. Begeisterung pur (nur zur Absicherung: Das war Sarkasmus)

Und dann noch: Jemand, dessen Meinung mir viel bedeutet, hatte mir einen Rückruf versprochen und was ich so überhaupt nicht kann, ist, darauf warten.

Heute ist nicht unbedingt der Tag, von dem ich sagen würde, dass alle Welt mich lieb hat.


Edit: Lesen bildet. Und wie recht schnell klar wird, bildet es unter anderem auch in Sachen Relativität.
Nach dem obigen Text noch einmal beim Muschelmädchen hinüber geschaut und dann ganz schnell festgestellt, dass es andere Dinge gibt, bei denen man viel berechtigter *au* sagen könnte. Aber wie kann man dann "Danke" sagen für die richtige Perspektive, den richtigen Blick auf die Dinge?


Mittwoch, 12. Juli 2017

Erotik liegt/lag in der Luft

Heutiger Lieblingspost bei FB:

Zu diesem Anlass kann ich mit unnützem Wissen glänzen: wisst ihr warum der Penis der männlichen Säugetiere so geformt ist, wie er es nun mal ist?
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 Schieß los!
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 Durch die Form der Eichel wird beim Eindringen der Samen des Männchens, was zuvor das Weibchen beglückt hat, hinter die Eichel bzw. Den dickeren Teil geschoben und beim rausziehen nach draußen befördert. Deshalb auch diese Rammelbewegung; die auch alle Säugetiere vollziehen. Soooo unromantisch 

Gelernt bei Herrn Dr. Dr. Vorderseher im Seminar Anatomie/Physiologie Urogenitalapparat Hund/Katze/Pferd.
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 In diesem Zusammenhang möchte ich sagen, dass nach diesem Wochenendseminar mein Weltbild und jeder romantische Gedanke zum Thema Liebe machen komplett zerstört wurde. 🙈
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Dienstag, 11. Juli 2017

Anrufe

Früher hätte ich mich über deinen Anruf gefreut, mein Magen hätte Purzelbäume geschlagen und auch meine Worte hätten keinen geraden Weg gefunden.

Früher hätte ich auf deinen Anruf gewartet, mit klopfendem Herzen auf die Uhr geschaut und schon vorher gewusst, dass die nächste Stunde glücklich sein wird.

Gestern wusste ich nicht, was ich sagen sollte, was du erwartest oder was du befürchtest. Wollte mich nicht herauswagen aus meinem Kopf, der alles Ausgesprochene vorher bewertet und zensiert hatte. Damit kein falscher Eindruck entsteht, du keine falschen Vorstellungen und Erwartungen hast. Und doch bin ich jetzt in der Defensive, komme aus dieser Situation nicht heraus, ohne dir zu sagen, dass ich dir nicht mehr vertrauen kann, deine ausgestreckte Hand als Belastung empfinde. Weil ich dir beinah so vertraut hätte, dass ich Vertrauen in Dich gehabt hätte. Und du hast uns verraten

Deine Einladung konnte ich nicht ausschlagen, ohne dir weh zu tun, also habe ich sie angenommen. Immer mit dem großen Schild im Herz, dass mich davor warnt, dass du mir weh tun wirst. So dass ich Distanz wahre, die gewohnte Vertrautheit nicht entsteht und ich dir nicht mehr alles erzählen kann. Denn anlügen will ich dich nicht.

Montag, 10. Juli 2017

Bis einer weint

Spielkind - Immer noch mal zündeln. Ich muss ja unbedingt wissen, ob das wirklich brennt, ob da auch die Flammen hoch schlagen. Ob man mit ein wenig pusten die Glut nicht doch wieder auflodern lassen kann. Ob es wirklich weh tut, wenn man die Finger dran hält

Bis einer weint und ich sage "das habe ich nicht gewollt"

Sonntag, 9. Juli 2017

Wann der ADAC Sie für unanständig hält

Neuer Monat, neuer ADAC Mann

Dieses mal hat es den Auspuff erwischt, in einer Kurzschlussreaktion wollte er mich ad hoc verlassen. Wenn Ihrem Auto so etwas auch schon einmal passiert ist, wissen Sie, dass man das folgende Röhren nicht überhören kann, auch wenn man von dem tapferen kleinen Auto schon eine gewisse Geräuschkulisse gewohnt ist.

Mit einem kleinen Dankgebet, dass ich damals die ADAC Mitgliedschaft abgeschlossen habe, die Hotline angerufen und dort wurde auch direkt der Pannendienst zu mir losgeschickt.

(Ist es eigentlich als Zeichen zu werten, wenn der Telefonknecht bei der Datenabfrage süffisant bemerkt " Ist es wieder derselbe Wagen wie beim letzten Mal?")

Gewappnet mit einem Smartphone ist dann auch irgendwann die lächerliche Wartezeit von knapp 2 Stunden vorbei und ein durchaus sympathischer gelber Engel erscheint. Nett geflirtet, während er unzählige Meter Draht zur provisorischen Rettung anbringt und dann unter dem Auto wieder hervor robbt.

Bevor ich ihn daran hindern konnte, schwingt er sich auf den Fahrersitz und will das Auto zur Probe mal anlassen.

Und ich merke ganz deutlich, wie der Mann erstarrt. 

Zugegeben, mein Auto ist ein *typisches* (?) Frauenauto. Übersetzt heißt das: Es fungiert wie eine vergrößerte Damenhandtasche. Sehr vergrößert. Also alles drin, was ü ber le bens wich tig ist, also nix überflüssiges. Wirklich! Mehrere Pakete Taschentücher, Halsbonbons, Hörbücher, Handschuhe, Notfallkit für jeglichen medizinischen Problemfall, Taschenlampe, Handtuch, Kehrblech und Besen, 2 Schirme, naja und so knappe 2 Kubikmeter Trainingsmaterial. Übersichtlich also (Und wenn jetzt jemand moppern will: Sie müssen ja nicht mitfahren, ich lasse mich auch gern in Ihrem Auto herumfahren).

Die meisten ADAC Menschen sind eigentlich so abgebrüht, dass sie das kreative Durcheinander nicht aus der Fassung bringt, aber der hier hat plötzlich knallrote Ohren und scheint zwischen Gelächter und peinlich berührter Neugier zu schwanken.

Auto startet, mit einem Augenkontakt den ich nicht zuordnen kann, steigt der Gute wieder aus und hat so einen neuen Ton in der Stimme als er noch das Pannenprotokoll abfragt.

Ich steig also wieder ins Auto ein und habe plötzlich eine Idee, was ihn da irritiert haben mag

Vom neuen Spielzeug lagen noch zwei Stück auf dem Beifahrersitz:




Samstag, 8. Juli 2017

So ist das hier

Hier

Das ist mehr im nördlichen Teil der Republik zu finden, leider nicht ganz so nah am Meer, wie ich es gern hätte.

Aber nördlich genug, dass wir hier viel Raum um jeden Menschen haben, Weite, Licht und einen Wind, der den Geruch von Salz und Wellen mit sich trägt.

Im Frühling ist es nach den dunklen Monaten meine Lieblingszeit, wenn an den schmalen Landstraßen die Birkenalleen anfangen lichtgrüne Blätter zu bekommen. Dann noch die Kings of Convenience im Ohr und ich könnte stundenlang draußen bleiben.

Jetzt zu Sommerbeginn bleiben wir nach den Kursen einfach noch sitzen und merken oft erst nach Stunden, dass der Samstag schon wieder vorbei ist. Kein Wunder bei der Kulisse oder?


Und für die traditionelleren Leser: Schützenfestzeit! Mit Feuerwehrkapelle und den Männern, die von der Uniform der Freiwilligen Feuerwehr blitzschnell in die Schützenuniform umgestiegen sind. Personalknappheit, Sie verstehen?
Meins ist so eine Veranstaltung eher nicht und das ist untertrieben. Ich überlege gerade, welchen scheußlichen Termin ich lieber wahrnehmen würde, aber mir fällt nichts ein, was in dieselbe Kategorie fallen würde.

Zumindest gibt es hier die ehrlichste Schützenfestwerbung ever


Freitag, 7. Juli 2017

Oh Oh

Sie werden hier unter Umständen auf einen meiner häufig gebrauchten, wenn auch nicht unbedingt besonders eloquenten, Kommentare zum Leben an sich stoßen..

Oh Oh wird verschieden eingesetzt und kommt meist dann vor, wenn ich von einem Ergebnis überrascht werde (was sonst selten der Fall ist).

Angenehm, wenn ich sehe, dass eine Verabredung noch angenehmer zu werden verspricht, als beim ersten Blick zu vermuten war. Lässt sich dann sogar zu einem Ohoh! steigern

Oder eben nicht so positiv, so wie heute, als mir meine Haare einfach zu lang ins Gesicht fielen und ich kurzerhand zur Selbsthilfe griff.
Irgendwann einmal wird man mir aus diesem Grund wohl alle Scheren abnehmen, denn das Resultat beim Pony führte zu einem Spontan-Oh. Kein Geräusch, dass man hören möchte, wenn man in den Spiegel sieht. Wirklich nicht.

Daher: Sollte Sie einmal die Laune überkommen, jetzt sofort Ihre Haare selber schneiden zu wollen, widerstehen Sie. Auch wenn es schwer fällt. So wie mir jetzt, wenn ich versuche, nicht daran zu denken, die kurze Ecke selber in Ordnung zu bringen. Hab' ja noch mindestens einen halber Meter Haarlänge der das kaschieren kann, was soll da schon schief gehen, nur einmal noch schnippeln ;-)


Donnerstag, 6. Juli 2017

Dieser Blick

Es gibt einen Moment, den ich am liebsten 1000-fach erleben würde.

Wenn der Mann mir gegenüber mich plötzlich mit Verlangen und Zielstrebigkeit ansieht. Die Distanz zwischen uns immer kleiner wird, weil ich nicht zurückweichen kann und er langsam näher kommt.
Seine Männlichkeit den ganzen Raum ausfüllt und dominiert. Und ich den ersten Hauch seiner Lippen auf meinem Mund spüre, ihn fühle.

Fühle, wie er mich dirigierend an sich drückt, während sich meine eigene Beherrschung bei einem Blick in seine Augen in Nichts aufzulösen scheint.

Dieser erste Kuss

Nicht meine Superkraft


*Nein* meinen und sagen (und dann noch ernst genommen werden)

Wenn es einmal dazu kommt, dass Sie von mir einen Gefallen erbitten möchten, sehen Sie dies bitte als bereits bejaht an.

Soweit ich zurück denken kann, ist es mir einfach unmöglich, *nein* zu sagen. Na gut, einmal habe ich etwas leiser eine Frage verneint, aber nachweislich hat dies niemand ernst genommen. 

Dabei war es für mich absolut eindeutig
Her: Und Du passt dann diese Woche auf die Kleinen auf
Me: Nein, kann ich nicht

Her: Dann komm schon Freitag, dann kann ich noch alles erklären

Ich meine, das war doch eine Verneinung, habe ich zumindest so gemeint. Hat nichts genutzt.

Und seitdem hindert mich ein innerer Sperrmechanismus weiterhin zuverlässig daran, eine Bitte abzuschlagen. Zumindest bei logischen Anfragen habe ich keine Chance. 

Diese Woche war es wieder soweit. Ich versuche einen Kurs abzugeben, der mich zeitlich überfordert und dessen Teilnehmer Absprachen nicht einhalten. Ich mag da nicht mehr hin und habe zwischenzeitlich so viele neue Kurse, dass ich meinen eigenen Qualitätsansprüchen nicht mehr entspreche.

Also habe ich den Mädels beim vorletzten Termin erklärt, dass ich nach Ende dieses Quartals leider keine Zeit mehr habe. Nach nur 2 Minuten hatte ich ein schlechtes Gewissen und hatte halb versprochen, doch weiter zu machen. 

Ich krieg es einfach nicht gebacken

Edit: Sollte jemand Wetten abgeschlossen hat, Sie haben gewonnen. Morgen ist Kurs












So soll es einmal sein


Einmal war es so.

Mit dem Rücken an der Wand, hinter der der Kamin lag, der durch das ganze Schulgebäude führte, warm und fest.

Ein bislang einmaliges Gefühl von Sicherheit und Gelassenheit. Ich konnte einfach dort auf dem Boden sitzen, musste nicht acht geben und war auf ganz einfache Art glücklich.

Die Sehnsucht nach diesem Gefühl ist immer wieder da, nie mehr erreicht. Einer der Gründe, warum ich vorsichtshalber nie Drogen genommen habe. Würde ein Joint oder eine Pille zu diesem Gefühl führen, würde ich nie wieder aufhören können. Und ein gewisses Suchtverhalten liegt sowieso in der Familie.

Und so wie ich mich kenne, hätte ich nicht die Disziplin wieder aufzuhören. Himmel, ich hab ja schon bei Schokolade Schwierigkeiten.