Dienstag, 23. Mai 2023

Betriebsausflug

 Heute also alle Mann an Deck

Zumindest war das der Plan für den Betriebsausflug 2023. Alles was das Büro hergibt und noch lebt, einmal auf das Schiff und bis zur Hansestadt schippern. Mit Grillbuffet, Alleinunterhalter und einem kleinen Fachvortrag, damit das Ganze sich auch rechtfertigen lässt.

Sehr liebe Kollegin hat alles organisiert, auch die Alternativroute, für die, die den Alleinunterhalter nicht auch noch auf der Rückfahrt "erleben" wollten.
Aus Gründen

6 Tage vor geplanter Abfahrt, dann die Absage vom Veranstalter. Nicht genug Teilnehmer - was wollen die? 300 Leute auf dem Kahn?


Wie gesagt, sehr liebe Kollegin hatte geplant und sich auch direkt eine Alternative aus dem Ärmel geschüttelt. Und Hosianna: Eine Stadtführung durch die kleine Stadt ließ sich noch auf die Schnelle realisieren, vorher noch ein "gesundes" Frühstück (stimmt, auch wieder wegen der Rechtfertigung für diesen Tag der Freude). War tatsächlich eine der Vorgaben, aber nun gut, zahlen durften wir ja selber


Im Laufe der Stadtführung - dargebracht durch eine reizende ältere Stadtführerin, deren Vorstellung schon ahnen ließ, was passieren würde: "Ich hatte Langeweile und da hab ich mich als Stadtführerin beworben" - habe ich dann gemerkt, was für ein verwöhntes kleines Ding ich bin.

Denn: unwillkürlich zog ich den Vergleich zu den kleinen Führungen, die Er in seiner Stadt unauffällig einfließen lässt. Wissen, Liebe zur Stadt, Fähigkeit Verbindungen zwischen geschichtlichen Ereignissen, Menschen und Orten herzustellen - all das macht Spaß, wenn er erzählt. Lebendig, mit Humor und Anspruch.


Heute fand der spannende Teil im Stadtmuseum statt, in dem zeitgleich eine private Spielzeugsammlung ausgestellt war. Eindeutiger Zuschauermagnet

Donnerstag, 18. Mai 2023

Fahrgedanken

 Bis zum Büro fahre ich ca. 40 Minuten. Das ist eine gute Zeitspanne um über das Ein oder Andere nachzudenken.

Oft kreisen meine Gedanken um Sex, heiße Haut, Schmerz, los gelöst sein. Das Gefühl von seinem Schwanz zwischen meinen Lippen, seinem Gürtel auf meiner Haut, den Druck auf meinem Hals, den Zwang auf meinem Kopf den Nacken zu seinem Schoß zu beugen. Ich bin mit meinen Gedanken sehr weit weg. 

Natürlich ist es manchmal auch der Plan, was ich erledigen, planen, besprechen oder einfach vergessen möchte. 

Oder die Idee einfach allen 40 km/h-Schleichern auf Landstraßen ein Zeitfenster von 03.00-04.00 Uhr zuzuweisen. Damit ist allen geholfen oder?

Mnachmal geht es aber auch um den Versuch emotionale Dilemmas (ja, direkt die Mehrzahl) zu lösen. Und dafür brauche ich wirklich viele Autofahrten. Entweder weil ich zu langsam denke oder die Sache doch nicht so leicht ist. Möge ein Klügerer entscheiden.

Zur Zeit ist mein Stand, dass ich ihn deswegen so vermisse, weil er vieles für mich ist:

Herr

Liebhaber

Liebster

Freund

Ratgeber

Lehrer

und noch mehr


Aber vielleicht will er all dies gar nicht sein - vielleicht reicht es ihm Herr, Liebhaber und Freund zu sein. Und mich nicht in Gänze, mit all meinen Wünschen zu besitzen.Dann wäre eine Lösung diese emotionale Sehnsucht anders zu befriedigen. 

Samstag, 6. Mai 2023

bislang

 Bislang schlage ich mich ganz gut. Finde ich jedenfalls


Er ist drei Wochen unterwegs, Reisen und Bekannte wiedersehen

und so langsam vermisse ich ihn


und ich merke, wie der Wunsch nach mehr - mehr wird


Ich wünsche mir einen Gefährten, jemand, mit dem ich glücklich bin

Sonntag, 19. März 2023

Klarer

 Gestern war ich wieder im Hotel bei meinem Herrn.

Vorab: So wie bei den letzten Malen, war es auch dieses Mal so, dass der Sex immer intensiver wird. Es wird stetig geiler und besser. Auch wenn ich es nicht für möglich gehalten habe, dass es noch besser werden könnte. Ich habe den besten Sex meines Lebens. Ganz gut oder? ;-) 

Mein Herr findet immer mehr die devoten Punkte bei mir, die dazu führen, dass mir die Lust in den Schoß fährt und ich schon nass werde, bevor wir uns überhaupt berühren. Dabei merke ich gerade an den letzten beiden Treffen, dass es mich befeuert, wenn ich seinem Willen kurz widerstehe, zögere (ohne Ungehorsam zu sein) und mich dann seinem Willen beugen muss. Diesen Ausdruck in seinem Gesicht und in seinen Augen sehe - und feucht werde. Wobei ich mich später vorsichtshalber bei ihm versichere, dass auch er das als Lust empfindet und nicht als Ungehorsam, wenn ich frech werde. Denn verärgern würde ich ihn damit nicht wollen. Aber wenn ich ihn richtig verstanden habe, macht ihm diese Reiz-Reaktion-Folge auch Lust und Spaß.

Die Züchtigung erlebe ich zwei Mal. Direkt wenn dieses verd... Kabel in meine Haut beißt, hell und spitz. Und ich den nächsten Hieb schon fühlen kann, bevor er mich trifft. Eigentlich beginnt es schon, wenn ich sehe, dass Er zu seiner Jacke geht und das Kabel aus der Tasche holt. Vermutlich ändert sich bereits dann mein Gesichtsausdruck. Und fast immer ändert sich dann auch bereits meine innere Stimmung.
Und dann, wenn es vorbei ist, das Gefühl, wenn der Aktiv-Schmerz abklingt, die Striemen und getroffenen Stellen noch nachhallen. Wenn sie sich in Erinnerung bringen, wenn ich darauf liege oder sitze.
Dabei im Arm meines Herrn liege, der mir sagt, dass Er mich liebt und weiß, dass ich auch das brauche. Und damit Recht hat
Dabei mag ich seinen Gürtel oder seine Hand "mehr" (etwas bei Schmerz "mehr" zu mögen, ist vermutlich für Nicht-BDSM-ler etwas schwerer zu verstehen, bei mir macht es Sinn). Weil es persönlicher ist, zu Ihm gehört.

Ich bin bei dem Gesamtpaket glücklich und ich hoffe, ich interpretiere seine Mimik richtig, dass es ihm ebenso geht.

Wenn er dann mit den Fingern in mich eindringt, meine Perle berührt, bekomme ich eine Lust-Gänsehaut, bis zum Kopf. Das passiert mir nur dann. Und dann kippt mein Denken weg und ich fühle nur noch, wie sich der Orgasmus aufbaut und mich wie in einer Welle in sich begräbt.

Gestern im Club hatte Er eindeutig Lust auf Züchtigung. Diese dort über den Bock gebeugt zu empfangen, mit dem Blick auf sein Gesicht im Spiegel ist noch einmal ganz anders. Zwei Mal bin ich auf seinen Wunsch und seine Aufforderung hin zum Bock gegangen, nachdem ich vorher eine Gerte von der Wand geholt hatte. Dabei merke ich beim Gang zu ihm zurück, dass sich meine Körperhaltung ändert und ich ihm die Gerte mit beiden Händen darbiete. Die Hiebe sind präzise und treffen so, wie Er es will. Das habe ich zusammen mit meinem Herrn erleben können und mit dem Mann, der mir zuflüstert, dass er mich liebt, bevor er ausholt. Wenn ich dann die wenigen Schritte bis zu unseren Plätzen gehe, merke ich, dass die anderen Gäste uns ansehen. Und bin tatsächlich stolz, dass ich die einzige sub bin, die dies heute Abend hier fühlen konnte. 

Ich bin gerne glücklich, das ist vielleicht das, was ich mir für mein Leben wünsche. Ich weiß, dass es auch andere Lebenswünsche gibt: Vermögen oder beruflicher Erfolg. Eine heraus gehobene gesellschaftliche Stellung, Ruhm oder Macht. Für mich nachvollziehbar, aber nicht meins.

Er hat einmal gesagt:"Du brauchst jemand, der sich um Dich kümmert" und hat damit einen Punkt getroffen, dessen ich mir gar nicht bewusst war. Und vielleicht ist das der Grund, warum mir Herz und Verstand so ein wenig abgehauen sind. Sich mehr wünschen. Das ich mir seit Jahren wieder einen Menschen in meinem Leben wünsche. Bei dem ich mich glücklich und wohl behalten fühle. Und für den ich dasselbe tun kann und für ihn bedeute.

Und da ist dann mein eigenes, höchst persönliches, Problem. 
Er hat mir das nie versprochen oder in Aussicht gestellt. Ganz im Gegenteil. Wir haben darüber gesprochen und er hat klar gemacht, dass dies nicht passieren wird.

Ich habe das gehört und verstanden. Ich war dabei. Und doch lässt mein Kopf Hoffnung zu und mein Herz hat nichts besseres zu tun, als dies zu befeuern. Dumm
Und ich bin nicht gerne dumm.
Als er gestern Nacht dann so einfach nach dem Sex nach Hause gehen konnte, hatte mein Verstand plötzlich so einen Ruck, der mich zurück zur Realität brachte. Das ich mir hier etwas vorgemacht hatte, hinein geträumt hatte. Das auch er das möchte, dass er mich irgendwann so lieben würde, wie ich ihn. Denn für mich ist Liebe ein Imperativ, der nach Entwicklung verlangt, nach dem Wunsch auf Nähe, einem Gefährten. Über Herr und sub hinaus geht, in die Tiefe dessen, was mich ausmacht.

Wenn er sagt, dass er mich liebt, glaube ich ihm. Und es ist ein schönes Gefühl, das dazu geführt hat, dass die Lust noch intensiver werden konnte. Unglücklicherweise bin ich so ein Wesen, dass Sex um so intensiver und näher erlebt und sich öffnen kann, je mehr ich liebe. 

Es ist nur eine andere Definition, die hinter dem stehen mag, was er sagt. 
Und da ist mir klar geworden, dass es unfair von mir wäre, da mehr zu träumen, denn dort hat er seine Begrenzung, seine Limits. Und er hat nie etwas versprochen.

Ich weiß und habe auch schon erlebt, dass er mich bei allem unterstützt, wo er es innerhalb dieser kann. Heute schon wieder, als er mir die richtigen Anregungen für eine berufliche Fragestellung gab. Er hatte extra für mich danach gesucht. Und es passt so gut zu mir und der Situation, dass ich weiß, dass er dafür extra Zeit und Überlegung genutzt hat. All dies und noch mehr spricht für ihn

Aber was mache ich, wenn er all meine Hingabe und Liebe will?


Und nun? Ich liebe Ihn




Samstag, 18. März 2023

Irgendwann - Jetzt

 Das trifft es für mich sehr. Mein Herr hat es gefunden und mir geschickt


... und irgendwann kommt ein Mensch in dein Leben der von der ersten Sekunde was besonderes ist. 

Der dich lesen kann, genau weiß wie du tickst, was du brauchst, wie man mit dir umgehen muss und auch um die Herausforderungen weiß und sich diesen stellt und dich zu ihm aufschauen lässt. 

Der dich mit einer Selbstverständlichkeit an die Hand nimmt und führt, deine Seele berührt und dir deine Grenzen aufzeigt, und du es zulässt, weil du es gar nicht anders möchtest. 

Der dich zu seinem eigen macht...
Seine stolze Sub, Königin, Hure, Komplizin, Prinzessin, Tigerin und Kätzchen...

 

Kuss, ich liebe Dich

Intensiver

 Im letzten Monat bin ich zwei Mal neben Ihm eingeschlafen und morgens wieder aufgewacht. Weil er unvorhergesehen Zeit hatte zu mir zu kommen. Ich schlaf so gerne neben ihm. 

Weil ich mich dann entspannt und sicher fühle, mich auf den Kuss am Morgen freue und das Kuscheln, bevor das leidige Aufstehen beginnt. naja und über genügend Zeit für Sex, Dominanz und Züchtigungen

Beim zweiten Mal stand er abends ohne Ankündigung einfach vor der Tür. Und ich war so perplex, dass ich ihn hereinbat und erst 10 Sekunden später begriffen habe, dass er da ist. Vermutlich weiß er gar nicht, welche Gefühle er damit ausgelöst hat. Die Stunden waren intensiv und innig, ein anderes Wort weiß ich nicht dafür. Der Sex dadurch noch gelöster möglich, intensiver gefühlt.

Dieses Wochenende war ich wieder in Hamburg und im Vorfeld hatte er einige Bilder in meinen Kopf gesetzt. Wie immer erfolgreich, denn ich springe darauf an, eine Hormonwelle fließt dann direkt in meinen Schoß. 

Dazu gehörte die Ankündigung, dass ich abends im Club auf der Toilette mein Höschen ausziehen und ohne wieder zum Tisch gehen werde. Unter dem Kleid nur die Strapsstrumpfhose. Und dass er mir dei Scham rasieren würde und ich daher alles Notwendige mitbringen solle. Außerdem den Harness tragen werde

Den Harness habe ich bei meinem letzten Besuch in Hamburg aus der Boutique B*zarre von meinem Herrn geschenkt bekommen und ich liebe ihn (Ihn ja sowieso, aber den Harness auch). Vor einigen Monaten hatte ich Ihm erzählt, dass das eine meiner Jugendfantasien war, meinen Körper in einem Harness zu fühlen. 

Eine Woche vor dem Kauf hatten wir den Harness im Shop gesehen und ein paar Tage später fragte Er mich, ob diesen gern hätte. Eingedenk des Preises war ich etwas zögerlich, muss aber zugeben, dass mich die Aussicht extrem gelockt hat und ich enthusiastisch zugesagt habe. Er hat ein Auge für Materialien und Schnitte  - das Leder ist butterweich und er steht mir richtig gut. Betont die Brüste und die Taille sehr vorteilhaft, ich liebe ihn. Und so gehe und bewege ich mich auch

Nachdem die mächtigen Götter des Eisenrosses dieses Wochenende ausnahmsweise gute Laune hatten, kam ich relativ früh in Hamburg und hatte dann ausreichend Zeit mir alles noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen. Da war dann nix mehr mit ruhiger Atmung.

Wie gewünscht hatte ich alles für eine Rasur dabei, hätte mich also an den Gedanken gewöhnen können. Dies war aber nur zum Teil so. Denn als er sich mit dem Rasierer über meine Scham beugte, war ich angespannt, neugierig und hatte ich angespannt schon gesagt? Ich weiß, dass er mich nie verletzen würde, trotzdem war da diese Spannung. Das Gefühl danach? Ungewohnt, nackt, offen, sensibler. Meine Hand darauf angenehm.

Auf dem Weg zum Club hatte ich noch mein Höschen an, dort angekommen hörte ich nach einer Weile seine Stimme leise in meinem Ohr: "Zieh Dein Höschen aus"

Ein kurzes Stocken, dann gehe ich zur Toilette, habe nach fünf Sekunden nur noch meine Strapsstrumpfhose unter dem Kleid. Dafür den Harness über dem Kleid, der meine Brüste noch mehr hervorhebt, sie deutlich in ihrer Form abzeichnet. 

Vor der Tür hilft ein Mal tiefes Atmen, dann gehe ich wieder in den Barbereich, fühle die nackte Haut an meiner Scham, den Stoff an meinem nackten Hintern und die aufrechte Haltung durch den Harness. Gehe etwas nervös zu meinem Herrn, finde mich selber scharf ;-) und auch unsicher. Sieht man etwas?
Als neben Ihm stehe, gleitet seine Hand über meinen Hintern und ein "fühlt sich gut an" von Ihm lässt mich ausatmen. Als sich diese Hand später unter das Kleid schiebt und auf meinen nackten Po gleitet, ist das mit dem ruhigen Atmen aber definitiv vorbei. Ich halte die Luft an, einerseits weil ich befürchte, dass jemand etwas sieht und andererseits weil ich es geil finde. Sehen kann eigentlich niemand etwas, enn der massive Stehtisch schützt uns vor Blicken. Trotzdem ... Ich bin einfach nicht abgebrüht.

Aber nicht schockiert genug, als das ich gebeten hätte, dass er aufhört.

Mein kleiner Einflüsterer auf der linken Schulter, der mich übrigens schon des öfteren in Schwierigkeiten gebracht hat, hat wieder diese verlockende Stimme und so kann ich es nicht lassen, mit meinen Worten hart an der Grenze zu "Frech-sein" entlang zu segeln. Wenn ich dabei nur nicht immer so lächeln müsste oder das Blitzen in meinen Augen verbergen könnte. So erkennt Er schon auf 100 m, dass da etwas im Gange ist. Und als ich seinen Schwanz provozierend langsam unter der Hose streichle, zögert er nicht lang und meine Lippen liegen, unter dem Druck seiner Hand in meinem Nacken, auf Seinem Schwanz. Zu unserer beiden Lust.

Später im Bett wird mir wieder einmal klar, dass mich dominantes Verhalten beim Sex unglaublich anmacht. Ich reibe meine Perle an seinem Bein, während er mir mit glasklaren Augen und diesem Willen erklärt, dass er in mich eindringen wird

Und so kommt es, dass ich angestachelt von seiner Lust komme, während ich seinen Schwanz mit Genuss lecke und die Härte mit meiner Zunge umwickle, zwischen meine Lippen gleiten lasse.








Montag, 6. Februar 2023

Ein Auto weniger

 Vor 10 Tagen war es hier "etwas glatt", also so, dass ich das auch ernst genommen habe. Wie in den letzten Monaten üblich, bin ich eine halbe Stunde früher als notwendig aufgestanden, damit ich genau diese halbe Stunde früher auch losfahren konnte.

Zur Erklärung: Seit 3 Monaten ist mein normaler Arbeitsweg gesperrt und ich muss über eine Strecke ausweichen, bei der ich teilweise 20-25 Minuten für einen Abschnitt brauche, der nur 1500 m lang ist. Da mich so etwas am frühen Morgen unnötig nervt, fahr ich halt früher los.

Ich bin also ganz ohne Zeitdruck los gefahren, alles in Ordnung, bis zu einer etwas kurvigeren Strecke, bei der ohnehin ein Tempolimit von 70 km/h gilt. Eingedenk meiner letzten, ähm, behördlichen Erinnerung an angemessene Geschwindigkeiten, fahre ich dort auch nur 70. An diesem Morgen sogar nur ca. 60 km/h. 

In einer der Kurven kommt mir ein Autofahrer mit Fernlicht entgegen, also halb auf meiner Fahrspur, ich bremse an und dann - dann kreise ich schon über die Straße in den gegenüberliegenden Straßengraben, für einen kurzen Moment ziehen diverse Fluchwörter durch den Kopf, es wird dunkel, hell, dunkel und alles fliegt durchs Auto. Der Sicherheitsgurt drückt mich in den Sitz, erst nach vorn, dann nach unten, dann zur Beifahrerseite. Dabei pralle ich heftig auf das Gurtschloss, einer meiner Schuhe verabschiedet sich und dann ist es ruhig. 

Irgendwie funktioniert man automatisch, zuerst die Warnblinkanlage an. Kurzer Check, ob irgendetwas am Körper nicht da ist, wo es hingehört? Nur die rechte Seite tut höllisch weh, ich liege unangenehm hart mit der Hüfte auf dme Gurtschloss. Also erst einmal weg da, Sicherheitsgurt ablegen, dabei mit Beinen und Armen irgendwo im Auto abstützen, damit ich danach nicht runterfalle. 

Fast direkt höre ich Stimmen von Helfern, die zu mir klettern und fragen, ob alles in Ordnung ist. Naja, ich parke nicht so, wie es sich gehört? (aha, mein schlechter Sinn für Humor ist also auch noch da). Mein Auto meldet sich nervig piepend, wie immer wenn eine Tür offen ist oder das Licht noch brennt. Von außen greift eine Hand durch das kaputte Fenster und zieht den Schlüssel, während andere versuchen die Beifahrertür zu öffnen. Und weil Frauen sich ja generell auf das Wesentliche konzentrieren, versuche ich im Dunkel den Inhalt meiner Handtasche wieder einzusammeln. Denn da ist alles drin, was ich noch brauchen werde - Handy, Portemonnaie, Ausweise, Schlüssel, mein Frühstück ;-)

Inzwischen haben noch andere Fahrer angehalten und gemeinsam können sie die Tür öffnen. Nach einer etwas merkwürdigen gymnastischen Verrenkung kann ich mit ihrer Hilfe über die Kopfstützen nach oben durch die Beifahrertür klettern. Meine Schuhe hatte auch jemand gefunden und so muss ich nur kurz in Strümpfen im Graben stehen. Jemand zieht mir meine Warnweste an, merkwürdigerweise ist ausgerechnet die wohl aus der kaputten Heckscheibe nach draußen gefallen.

Während wir auf Polizei und Rettungswagen warten, versuche ich mich die ganze Zeit bei den Helfern zu bedanken. Ich finde es noch jetzt unglaublich, wie selbstverständlich so viele Leute angehalten und geholfen haben. Ich habe Glück gehabt an dem Tag.