Mit mir im Auto zu fahren, hat ein wenig von einer Afrika Expedition um 1850.
Sie können sich sicher sein, dass ich nie weiß, wo wir landen werden und unterwegs tauchen die merkwürdigsten Dinge auf. Vorzugsweise aus den Untiefen meines Autos.
Sollte das Navi einmal defekt sein, wird es noch schlimmer. Ich habe zwar für Notfälle einen Autoatlas dabei, allerdings macht der die Sache nur noch schlimmer. Ich klebe mir nämlich nicht nur nummerierte Post it auf die Seiten, die mir sagen, welche Abfahrt, in welche Richtung ich nehmen muss,
nein
die gleiche Anzahl an Klebezetteln verbrauche ich auch mit den Anweisungen, welche Strecke/Abfahrt ich auf gar keinen Fall nehmen soll. Und das ist dann nur die Hinfahrt!
Mit Navi (oder ggf. auch schon mal mit 2) ist es natürlich entspannter. Jedenfalls bis ich abbiegen muss. Die Biester nerven ja schon 100 Meter vorher damit, dass ich jetzt gleich, also bald, nun aber jetzt! abbiegen muss. Und wenn dann zwei Straßeneinmündungen knapp nebeneinander liegen, naja, wenn Sie gerne wetten, setzen Sie ihr Geld ruhig auf die Straße, die das Navi nicht meinte. Die nehme ich garantiert.
Jedes Mal
Immer
Dann also drehen und versuchen wieder dahin zu kommen, wo das Navi die Orientierung verloren hat (keine Zwischenkommentare bitte, natürlich war es das Navi ^)
Dort angekommen, stehen die Chancen 50:50, dass ich mich rechtzeitig daran erinnere, welche der beiden Straßen nun die richtige ist. Abhängig auch von der ungeduldigen Autoschlange hinter mir.
Heutiges Beispiel: Ich will etwas aus der Innenstadt der nächst gelegenen Kleinstadt abholen. Navi programmiert, Fahrtstrecke vorher auf Google Maps angesehen. Wirkte machbar, sogar für mich.
Vor Ort sah das schon wieder anders aus. Irgend jemand (und ich will da niemand grundlos aus der Stadtverwaltung verdächtigen) hatte wohl den eklatanten Mangel an Einbahnstraßen in dieser Gegend bemerkt und kurzerhand genau auf meiner Strecke eine eingerichtet. Navi kannte die nicht, ich kannte die Gegend nicht und mein Zeitpuffer betrug nur noch 20 Minuten (ich kenn mich doch). Laut Navi wären es nur noch 300 m gewesen, aber so fuhr ich nun schon das zweite Mal um diesen Block.
Hatte aber Glück und sah Anwohner. Anhalten, fragen und mit der Fahrtanweisung optimistisch wieder starten.
2 Minuten später fahre ich verlegen grinsend wieder an denselben Leuten vorbei und bereite mich seelisch auf das Unausweichliche vor. Genau, bei der dritten Runde stehen die drei Frauen schon erwartungsvoll da und winken mir sogar zu. Spätestens da hat es mich gerissen, ich liege laut lachend über dem Lenkrad und rufe bei dem vierten Turn nur noch aus dem offenen Fenster: "Ist halt sehr schön hier" Während die Frauen sich vor Lachen die Seiten halten.
Das wäre wohl noch unendlich so weiter gegangen, wenn nicht mein Gastgeber übles ahnend an der Kreuzung gestanden und mich abgefangen hätte. Um die Sache noch blöder zu machen, an der T-Kreuzung galt die Einbahnstraßenregelung nur für den rechten Arm, links hätte ich fahren können ...
Aber das Schild war wirklich missverständlich , ehrlich!
Besagtes Navi hat mir übrigens eine sehr liebe Freundin geschenkt, die sich nach einer gemeinsamen Fahrt ernsthafte Sorgen um mich gemacht hat.
Post-its im Auto?! Du bist super!
AntwortenLöschenManchmal, wenn ich deine Posts lese, muss ich so schmunzeln, weil ich mich selbst wiedererkenne. Was wären wir im Doppelback für ein CHaos-Team?
Fahr vorsichtig. :-)
Ich bin mir sehr sicher, dass wir unangemessen viel Spaß hätten. Und jede, die uns beobachtet, noch mehr :-) Kannst du dir vorstellen, wie lustig ein WE wäre? Danach bräuchte ich sicher ein Sauerstoffzelt
LöschenKlingt lustig.
AntwortenLöschenSehr sogar. Und bei mir kommt das häufiger vor. Fahre ja jeden Tag ...
LöschenMal ne Verständnisfrage - was meinst Du mit "hab mir die Strecke VORHER auf Google Maps angeguckt"??
LöschenNimmst Du denn die App nicht, auf dem Smartphone?
Ich verwende sie live unterwegs seit 7,5 Jahren und bin MEGA zufrieden damit, zumal sie immer besser wurde.
(Vor Allem wenn ich zu Fuß die letzten paar hundert Meter durch Fußgängerzonen muss, ist sie ein Schatz.)
Aufgeflogen ich bin
AntwortenLöschenWenn mein HTC einen Akku mit etwas mehr Ausdauer hätte, dann gäbe es durchaus eine Alternative zum Navi. So brauche ich ein lebendiges Handy als Garantie den ADAC erreichen zu können.