Mittwoch, 25. Oktober 2017

Kein Kinderwunsch

Wieder einmal eines dieser Gespräche, bei dem ich schon von Anfang an weiß, dass es vorhersehbar ablaufen wird.

Eine Freundin, die sich erst spät ihren Kinderwunsch erfüllen konnte, ist seitdem missionarisch unterwegs. Ihrer Meinung nach ist jede Frau von einem geheimen Kinderwunsch erfüllt, der nur danach dürstet ins Tageslicht zu treten.

Nun habe/hatte ich aber nie den Wunsch nach eigenen Kindern. Wenn jemand anders gerne möchte, bitte, ich werde da nicht drein reden. Aber es wäre hübsch, wenn es anders herum auch gelten würde.

Kennen Sie jemand, dem offen gesagt wird, warum er denn um Gottes Willen unbedingt Kinder haben möchte? So etwas gehört wohl zu ungeschriebenen Gesetzen, dass man dies ggf. nur denkt, aber bitte so höflich ist, es nicht auszusprechen.

Ganz im Gegenteil zu den Menschen ohne Kinderwunsch. Wie oft ich schon mit denselben Menschen dasselbe Thema besprochen habe. Aber irgendwie wird mein *Nein* zu eigenen Kindern nicht ernst genommen und komplett ignoriert. Meist kommt die Frage nach den eigenen Kindern dann, wenn ich gerade fremde Kinder bespaße oder geschickt ausmanövriert habe.

"Du wärst auch eine tolle Mutter! Bis wann möchtest Du denn eigene haben?"
"Nie, weißt Du doch. Ich möchte keine eigenen. Wollte ich noch nie."

"Ach warte einfach noch ein Weilchen ab, der Wunsch kommt bei jeder Frau, Du musst nur den richtigen Mann finden."

Und ich kann mal wieder nicht *Nein* zu so einer Unterhaltung sagen und merke, dass ich anfange mich zu rechtfertigen.

"Ich wäre keine gute Mutter, nach spätestens drei Minuten würde ich die lieben Kleinen aussetzen. Mir fehlt da die richtige Einstellung und das wäre doch Kindern gegenüber sehr unfair oder? Schließlich könnten die sich nicht einfach entscheiden auszuziehen."

Aber einmal auf dem Weg, sind *jeder-will-Kinder* schwer zu stoppen
"Du kannst doch soo toll mit Kindern, F. kommt so gern zu Dir und spielt gerne mit Dir, sie will gar nicht mehr nach Hause"
"Bei fremden Kindern weiß ich ja auch, dass ich sie wieder abgeben kann. Ich habe einfach keinen Kinderwunsch."

"Ach, wenn Du erst einmal schwanger bist, ist das etwas ganz anderes. Du musst es erst einmal fühlen" Und schon geht es wieder von vorn los.

Und ich weiß einfach nicht, wie ich das Thema sanft und geschickt für immer beende

Kommentare:

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    1. Und gegen diesen missionarischen Eifer komme ich mit Argumenten und Logik einfach nicht an.

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    2. Da hilft ignorieren am besten.

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  2. Dieses Thema ist erst durch, wenn du auf die Rente zugehst. ;)

    Erst wirst du missioniert, wenn du noch kein Kind hast und wenn du dann eins hast, geht's weiter. Warum nur ein Kind? Das sind doch alles Sozialkrüppel... blablabla. Habe irendwann auf Durchzug geschaltet, mich dabei allerdings stets gewundert, wie dreist sich fremde Menschen doch in Themen einmischen, die sie nichts angehen.

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  3. Ein herzliches Hallo von einer, die sich gerade vom Anfang in die Gegenwart liest. ��

    Ein schönes Blog haben Sie hier! Vielen lieben Dank, dass Sie Ihre Gedanken und Gefühle mit uns teilen!

    Meine Antwort auf so hochpersönliche Fragen (die man eigentlich gar nicht beantworten sollte - blöde Erziehung!) lautet:
    Es besteht die Möglichkeit, dass ich eine Erbkrankheit weitergeben würde und das möchte ich nicht.
    Die meisten Menschen akzeptieren das seltsamerweise ohne weitere Fragen zu stellen...

    Bei mir stimmt das per Diagnose und die Wahrscheinlichkeit ist dazu noch wirklich sehr hoch.
    Aber grundsätzlich ist das ja eigentlich bei jedem der Fall. Nur die Wahrscheinlichkeit ist halt geringer...

    Vielleicht wäre das zumindest für nicht ganz so gute Bekannte / Freunde eine Option?

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