Am 05. hatte die normale norddeutsche Brise ein wenig zugelegt und brachte einiges in die Horizontale, was da gar nicht hin gehört.
Etliche Bäume, Dächer, Trampoline (ernsthaft, meine Nachbarn wissen immer noch nicht, wem das große Trampolin gehört, dass seit dem Sturm in ihrem Garten steht. Falls Sie eines vermissen sollten, mailen Sie mich an), transportable Pferdezelte, ein LKW usw.
Alles entweder weg oder an Orten wieder zu finden, die nicht so recht passen.
(Schlecht fotografiert, aber das war mal eben so, aus dem Auto heraus)
Die Aufnahmen sind auf einer Strecke von ca. 50 m gemacht und die nette *Schnur* auf dem dritten Bild ist unsere ehemalige Telefonleitung. Die hat es auch gerissen.
Ziemlich viel los hier, wenn man bedenkt, was sonst so auf dem Dorf passiert.
Am späten Nachmittag bin ich doch noch einmal zum Spaziergang raus und habe dabei ein paar der tollsten Menschen getroffen.
Hauptsächlich Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr aus dem Dorf, die an dem Tag zu über 170 Einsatzorten gerufen wurden. Den einen kannte ich schon vom Windbruch aus dem letzten Monat: Fährt in seinem weißen Opel Kombi vor, steigt aus, geht direkt zu seinem Kofferraum, Kettensäge raus, Baum zerteilt, das was er konnte selber weg geräumt, Kollegen für den Rest informiert - nächster Baum.
Alles ohne große Worte, Danke fand er überflüssig, helfen lassen wollte er sich nicht (war bei meinem Bewegungstalent vermutlich auch besser).
Und dann fährt er zu einem der abgelegenen Höfe hier (der eigentlich erst später auf der Liste stand, weil er nicht an der Hauptstraße liegt und die zuerst frei gemacht werden soll), weil er gehört hat, dass dort jemand pflegebedürftig im Bett liegt und ggf. der Krankenwagen nicht dahin käme. Geht ans Fenster und nimmt sich die Zeit mit dem Bewohner zu reden und ihn zu beruhigen. Dann räumen er und seine Kollegen allein von dieser Nebenstraße ca. 15 Bäume weg und ermöglichen so der Ehefrau endlich den Zugang zu ihrem Mann. Diese hatte schon Nerven aufreibende 2 Stunden an einer Brücke auf die Räumung eines Baumes gewartet und weinte vor lauter Erleichterung, als sie merkte, dass ihr Mann nicht allein war.
Oder der Landwirt, der sich nicht zuerst um sein eigenes zerstörtes Dach kümmert, sondern sich erst einmal auf seinen Radlader schwingt und die großen Baumstammteile von den Straßen räumt.
Tolle Menschen oder?
bn



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