Egal wie ich es schreibe, es wird ihnen nicht gerecht werden. Nino und Mariella
Nino ist ein Sohn italienischer Einwanderer, der in Deutschland geboren wurde und sich mit viel Ehrgeiz von einer Lehre als Schlosser über ein Studium bis zum Prokuristen einer großen Firma gearbeitet hat. Und dabei glücklicherweise nie seinen Humor und seine Herzlichkeit verloren hat.
Mariella wurde als zweite Tochter eines soliden Beamtenpaares im Rheinland geboren, behütet und konservativ erzogen. Wie bei der älteren Schwester stand schon vor dem Abitur fest, dass sie auch einmal in den Beamtenstand als Lehrerin eintreten würde. Und erreichte dies mit Intelligenz und Zielstrebigkeit auch schnell. Dabei wurde ihre große Empathie für die Menschen um sie herum immer sichtbarer und sie hat die Gabe, dass andere sich in ihrer Nähe als bessere Menschen fühlen.
Dass sich der Lebensweg dieser beiden treffen würde, war nicht sehr wahrscheinlich. Aber glücklicherweise lernten sich die beiden über den gemeinsamen Freund der älteren Schwester von Mariella kennen. Und da trafen dann italienisches Temperament, etwas Machismo und südliche Lebensart auf nordische Zielstrebigkeit, weibliches Selbstbewusstsein und konservative Werte aufeinander. Verliebten und stritten sich in trauter Einigkeit. Eine bemerkenswerte Mischung, die viel Potential aus der Menschenliebe der beiden schöpfte und aus einer großen Empathie. Beide wuchsen sichtbar an den Unterschieden.
Und einer der wunderbarsten Zufälle meines Lebens führte dazu, dass ich die beiden kennen lernte, als ich etwa 16 Jahre alt war. Sie konnten selber keine Kinder bekommen und hatten zwei Hunde, mit denen ich stundenlang über die rheinischen Feldwege zog, glücklich von zu Hause weg zu sein.
Im Laufe der Zeit blieb es nicht aus, dass die beiden einige Details aus meiner Familie mit bekamen und handelten. Sie haben mich nie mit Fragen bedrängt, aber es wurde immer klarer, dass sie zu mir standen und still halfen. Ich muss ihnen oft viele Stunden gestohlen haben, denn bald hielt ich mich sehr oft bei ihnen auf und hütete ihr Haus wochenlang, wenn sie im Italienurlaub waren. Jedenfalls so lange, bis sie mich mit in den Urlaub nahmen. Wundervolle, entspannte Wochen ohne den Druck durch meinen Stiefvater, ohne nächtliche Elternstreitigkeiten und ohne dauernd aufpassen zu müssen, wer mich beobachtet.
Mit der Zeit konnte ich es glauben, wenn sie etwas Positives über mich sagten und suchte nicht mehr nach versteckten Angriffen. Irgendwann habe ich dann begriffen, dass sie mich wirklich gern hatten. Und ich konnte mir sicher sein, dass sie mir die Wahrheit sagten. Auch wenn sie nicht immer nur angenehmes zu sagen hatten, war der Grundtenor immer geprägt von Empathie und Zuneigung.
Ich wünsche mir oft, dass ich einmal so werde wie sie. Ich habe sie einfach sehr lieb und bin verdammt dankbar
Ich glaube nicht an Zufälle, das sollte so sein. Soll es immer, wenn bestimmte Menschen länger in (d)einem Leben "haften bleiben". Man hat sich irgendwas zu geben und/oder voneinander zu lernen. (Meine Theorie)
AntwortenLöschenUnd sonst danke ich dir für diesen Post und fürs Teilhabenlassen. Ich bewundere Menschen, die das Beste in einem sehen, ohne dabei blind zu sein. Und die einem dabei helfen, das Beste zum Vorschein zu bringen, quasi eine bessere Version seiner selbst zu werden. Ich möchte auch so sein (also so wie Nino und Mariella in Personalunion) ... irgendwann (recht bald, wenn's geht) und hatte es gerade kurzfristig vergessen. ;)
Da teilen wir ein Ziel, ich muss noch ziemlich viel an mir arbeiten dafür
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