Im *real life* weiche ich konsequent und unauffällig jeglichem persönlichen Interesse an mir aus.
Während der Beiträge für diese Seite habe ich gemerkt, dass ich einmal versuchen möchte, persönlicheres zu schreiben und zu sehen, was das mit mir macht.
Daher schalte ich diesen Beitrag wieder frei, den ich gestern in den Entwurfsmodus zurück gesetzt hatte.
Beim Start dieses Blogs hätte ich nie gedacht, dass ich einmal Träume aufschreiben würde. Das kreist mir viel zu sehr um den eigenen Nabel und hat wenig Greifbares.
Nun geht mir der Traum aus der letzten Nacht aber den ganzen Tag im Kopf herum und vielleicht werde ich ihn los, wenn ich ihn in Sätzen formuliere und dann hier auf der Seite lasse.
Der Anfang muss irgendetwas damit zu tun haben, dass ich in meiner Freizeit auf einer Fortbildung bin. Ich erinnere mich an einige Leute aus dem Verein, aber wir sind alle nur Zuschauer und nicht aktiv an den Geschehnissen beteiligt. Was die Sache immer unangenehmer werden lässt.
Im Vorfeld sind wir nicht informiert worden, was das Thema bei dieser Fortbildung eigentlich ist. Ich gehe mit den anderen unsicher und suchend durch ein leer stehendes Bürogebäude, mit gläsernen Türen und kahlen Wänden. Auf einem Platz vor dem Gebäude bleiben wir stehen und sehen eine Gruppe von etwa 10 Menschen, die eine kleinere Gruppe von ängstlichen und zurück weichenden Menschen umkreist und in Richtung Mauer drängt. Alles geschieht durch reine Bedrohung, Sätze voller Hass und wütende Schreie auf der einen Seite - Hilflosigkeit und Furcht auf der anderen Seite. Keine körperliche Gewalt und trotzdem kann ich die Angst und Furcht der eingeschüchterten Gruppe fühlen, wie meine eigene.
Unsere Gruppe schaut zu, irritiert. Keiner weiß, ob man die Handlung im Ganzen anschauen soll, um danach zu besprechen, was man hätte tun können oder ob man direkt eingreifen soll.
Mir selber macht die Situation so viel Angst, dass ich mich allein hinter einem entfernten Auto verstecke und durch die Scheiben verfolge, wie die Szene beendet wird und alle in den Seminarraum zurück kehren. Die ganze Zeit weiß ich aber, dass das nur gespielt war, wenn auch sehr überzeugend.
Nach ein paar Minuten folge ich den anderen, immer noch mit dem Drang kämpfend weg zu laufen. Gleichzeitig habe ich aber auch das Gefühl, dass ich den Veranstaltern sagen muss, dass man Teilnehmer nicht einfach in so eine Situation laufen lassen kann, wenn diese schon traumatisiert sind.
Andere Teilnehmer sehen mich verständnislos an und sprechen dann über Organisatorisches.
Mein Blick geht fragend und suchend über die anderen Gesichter und findet endlich ein Augenpaar, dass meinen Blick fängt und hält. In dem ganzen Durcheinander von Stimmen und sich stetig bewegenden Menschen steht da ein Mann der wie eine Insel im Meer ruhig und sicher wartet. Als er die Hand nach mir ausstreckt, verändert sich für mich die Atmosphäre, die Stimmen treten in den Hintergrund, die Bewegung der anderen Teilnehmer wird unwichtig und als er mich in die Arme nimmt, fühle ich mich das erste Mal wieder sicher.
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